Spitzenfunktionär Mohamed Bin Hammam wehrt sich weiter gegen die Bestechungsvorwürfe und wittert vor seiner Anhörung am Samstag in Zürich eine Verschwörung durch die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes FIFA.

"Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass eine Kampagne gegen mich geführt wird, um sicher zu gehen, dass ich für schuldig befunden und aus der Fußball-Familie ausgeschlossen werde", sagte der ehemalige Gegenkandidat von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Donnerstag.

Blatter selbst wird während der Verhandlung nicht in Zürich sein, der FIFA-Boss hat Termine in Argentinien. Eine Verurteilung von Bin Hammam und eine mehrjährige Sperre für das suependierte Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees sind nach derzeitigem Stand wahrscheinlich.

Denn aus Kreisen des Weltverbandes verlautete zuletzt, dass sich Bin Hammam bei den Untersuchungen der Ethikkommission in den vergangenen sieben Wochen wenig kooperativ gezeigt hat.

Zuvor waren die Anschuldigungen gegen den ehemaligen Präsidenten der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC), der auch eine tragende Rolle bei der Vergabe der WM 2022 an Katar gespielt haben soll, immer konkreter geworden.

Bin Hammam soll gemeinsam mit dem mittlerweile zurückgetretenen Jack Warner aus Trinidad und Tobago bei einem Treffen der Karibischen Fußball-Union (CFU) im Mai Stimmen für seine Kandidatur gekauft haben. Geldgeschenke in Höhe von jeweils rund 40.000 US-Dollar sollen an die Delegierten verteilt worden sein.

Sowohl Bin Hammam als auch Warner bestreiten die Vorwürfe, wurden aber dennoch am 29. Mai von der Ethikkommission suspendiert. Der ehemalige FIFA-Vizepräsident Warner ist bereits von allen Ämtern zurückgetreten und hat sich so einer Strafe durch die FIFA entzogen. Die Entscheidung im Fall Bin Hammam fällt am Samstag.

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