Der türkische Fußball droht im Chaos zu versinken.

Als sei es nicht genug, dass die erste und zweite Liga seit Wochen von einem Betrugsskandal erschüttert werden, sorgten hunderte Chaoten am Donnerstagabend für einen weiteren Eklat.

Es lief die 67. Minute im Testspiel von Fenerbahce Istanbul gegen Schachtjor Donezk, als die aufgebrachten Fener-Fans den Platz im Sükrü-Saracoglu-Stadion stürmten und den Abbruch der Partie herbeiführten.

Der in Untersuchungshaft sitzende Aziz Yildirim hatte wenige Stunden vor Anpfiff des Spiels in einem Brief seinen Rücktritt als Präsident des Traditionsklubs bekannt gegeben.

Einige wütende Fans trugen aus Solidarität mit Yildirim Masken und T-Shirts mit dem Konterfei des Ex-Präsidenten.

Die Anhänger sind sauer, weil gegen ihren Klub wegen angeblicher Spielmanipulationen ermittelt wird. Fenerbahce drohen der Verlust des Meistertitels und der Zwangsabstieg.

In der vergangenen Saison sollen in der Türkei 19 Partien der ersten und zweiten Liga manipuliert worden sein, darunter auch das Pokalendspiel zwischen Besiktas und Istanbul BB.

Erst am Dienstag hatte der türkische Fußballverband TFF das Spiel um den Supercup zwischen Meister Fenerbahce und Pokalsieger Besiktas wegen der andauernden Ermittlungen verlegt.

Wann das für den 31. Juli angesetzte Spiel nachgeholt wird, ist unklar. Ob der Saisonstart wie geplant am 5. August über die Bühne geht, steht ebenfalls noch nicht fest.

Seit dem 3. Juli wurden in der Türkei rund 60 Personen festgenommen. Gegen 31 Beschuldigte ordnete ein türkisches Gericht Untersuchungshaft an.

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