Mohamed Bin Hammam treibt FIFA-Präsident Joseph S. Blatter in die Enge und wird nach seiner lebenslangen Sperre durch die Ethikkommission des Weltverbandes den Internationalen Sportgerichtshof CAS anrufen.

"Das Urteil ist eine reine Rache-Aktion Blatters. Die Vorwürfe sind vor keinem Gericht der Welt zu halten. Ich will Gerechtigkeit. Und die Gerechtigkeit wird siegen, wenn es einen fairen Prozess vor dem CAS oder einem anderen ordentlichen Gericht gibt", erklärte Bin Hammam am Montag.

In einem TV-Interview mit "Sky News" verglich Bin Hammam zudem das Verhalten Blatters mit dem eines Diktators und nannte die Bestechungsvorwürfe gegen ihn "kulturelle Missverständnisse".

Der Austausch von Geschenken zwischen FIFA-Mitgliedern sei "normal, normal, normal. Und ich wiederhole noch einmal, dass ich niemandem Geldgeschenke gegeben habe", sagte Bin Hammam.

Der Katarer fordert von der Ethikkommission nun die Veröffentlichung der Beweise, die zu der lebenslangen Sperre geführt haben. "Ich kann versichern, dass die FIFA keinen Beweis vorlegen kann, dass ich Delegierten für ihre Stimme Geld gegeben habe. Ich habe nichts zu verstecken und ich hoffe, die FIFA wird die Vertraulichkeit nicht als Ausrede nutzen", sagte der 62-Jährige, der den Weltverband aufforderte, die Protokolle der Verhandlung gegen ihn öffentlich zu machen.

Bin Hammam wurde am Samstag von der Ethikkommission verurteilt und darf nun nicht mal mehr im Amateurfußball tätig sein. Dass er Funktionäre bei einem Treffen in der Karibik mit 40.000 Dollar geschmiert haben soll, bestreitet der Katarer weiterhin vehement.

"Ich habe das nie getan und deshalb werde ich alles unternehmen, was nötig ist, um meinen Ruf wiederherzustellen", sagte Bin Hammam.

Dazu gehört offenbar auch die Veröffentlichung eines Briefverkehrs mit Blatter aus dem Juni 2008. Darin versicherte der FIFA-Boss dem "lieben Bruder" zum zehnjährigen Jubiläum seiner Präsidentschaft, dass "ohne Dich, lieber Mohamed, nichts von alledem möglich gewesen wäre". Sprich, ohne Bin Hammams Hilfe wäre Blatter nie FIFA-Präsident geworden. Die gemeinsame Vergangenheit will der Katarer nun vor dem CAS zum großen Thema machen.

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