Dem Fußball-Weltverband FIFA droht offenbar ein neuer Korruptionsskandal:

Das FBI hat Ermittlungen gegen den US-Amerikaner Chuck Blazer, Mitglied der skandalträchtigen FIFA-Exekutive und Generalsekretär der CONCACAF-Konföderation, eingeleitet und prüft Zahlungen an den Funktionär in Höhe von 500.000 Dollar (347.000 Euro).

Die Überweisungen auf Konten von Blazer in Übersee wurden ausgerechnet von der Karibischen Fußball-Union CFU und deren ehemaligen Vorsitzenden Jack Warner getätigt.

"Alle Überweisungen waren legal und sind ordnungsgemäß durchgeführt worden. Es handelt sich hierbei nur um die Rückzahlung eines persönlichen Kredits", sagte der 66-Jährige mit Blick auf den angeblichen "Schuldner" Warner: "Ich habe in den vergangenen Tagen lernen müssen, dass Herr Warner die Konten der CFU wie seine eigenen behandelt hat."

Blazer soll zudem seit Jahrzehnten an CONCACAF-Marketingverträgen mitverdienen und damit rund zehn Millionen Dollar (sieben Millionen Euro) eingenommen haben.

Das FBI prüft im Kampf gegen die organisierte Kriminalität aber offenbar nur die Zahlungen der vergangenen 15 Jahre auf Konten von Blazer auf den Bahamas und den Kayman-Inseln.

Blazer spielt eine zunehmend fragwürdige Rolle im FIFA-Exekutivkomitee. Denn der US-Amerikaner war der "Whistleblower", der FIFA-Präsident Joseph S. Blatter über die vermeintlichen Zahlungen von Ex-Herausforderer Mohamed Bin Hammam und Warner in Höhe von jeweils 40.000 Dollar (27.800 Euro) an 25 CFU-Mitglieder informiert hatte.

Warner war anschließend von allen Ämtern im Fußball zurückgetreten, um sich weiterer Untersuchungen zu entziehen.

Der Katarer Bin Hammam war zuletzt vom FIFA-Ethik-Komitee lebenslang gesperrt worden. Dass nun ausgerechnet Warner seinem ehemaligen Exko-Kollegen Blazer mehrfach hohe Beträge von den Konten der CFU überwiesen hat und das nur Rückzahlungen für einen persönlichen Kredit gewesen sein sollen, wirft neue Fragen auf.

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