Im anhaltenden Streit um die Verpflichtung von Louis van Gaal als Generaldirektor von Ajax Amsterdam scheint die Lage zu eskalieren.

Die vier Aufsichtsratsmitglieder, mit denen van-Gaal-Gegner Johan Cruyff seit Tagen im Clinch liegt, haben offenbar Morddrohungen erhalten.

Wie Aufsichtsratsmitglied Marjan Olfers mitteilte, seien die Drohbriefe an die Privatadressen gegangen mit der klaren Forderung, dass die Verantwortlichen ihr Amt niederlegen.

Es wird vermutet, dass hinter den Aktionen der harte Kern der Ajax-Fans steckt.

Seit Tagen tobt beim niederländischen Fußball-Rekordmeister ein heftiger Machtkampf, nachdem die vier Aufsichtsratsmitglieder hinter dem Rücken ihres Kollegen Cruyff mit dem früheren Bayern-Trainer Verhandlungen geführt und auch zu Ende gebracht haben.

Van Gaal soll spätestens zum 1. Juli 2012 als starker Mann bei Ajax einsteigen.

Cruyff hatte sich vehement gegen die Verpflichtung van Gaals gewehrt. Im Zuge des Streits ist bereits der Ajax-Vorstand zurückgetreten.

Auch Cruyff kündigte an, nicht mehr mit den vier Aufsichtsratskollegen zusammenzuarbeiten, wollte das aber nicht als Rücktritt verstanden wissen. Der Rückhalt der Ajax-Fans ist dem niederländischen Fußball-Idol dabei gewiss.

Unterdessen hat er die gegen ihn erhobenen Rassismusvorwürfe zurückgewiesen.

"Ich habe mit meiner Stiftung fast 120 Cruyff-Courts angelegt, auf denen Kinder verschiedenster Herkunft Fußball spielen können. Eigentlich sollte ich auf diese Vorwürfe nicht reagieren. Sie sind unter der Gürtellinie", sagte Cruyff am späten Montag in einem Telefongespräch mit dem RTL-TV-Programm "Voetbal International".

"Du sitzt hier nur, weil du schwarz bist", soll der Vize-Weltmeister von 1974 im vergangenen August zu seinem Aufsichtsratskollegen Edgar Davids gesagt haben.

Cruyff verwies darauf, dass seine Aussage aus dem Zusammenhang gerissen worden sei. In den vergangenen Jahren habe Ajax viele farbige Talente verloren. Diesen Trend habe Davids laut Cruyff verhindern sollen.

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