Der Suizid-Versuch des Schiedsrichter-Assistenten Chris Schelstraete hat im belgischen Fußball eine Generaldebatte über die psychische Belastung der Spielleiter ausgelöst.

"Wir müssen unsere Schiedsrichter besser begleiten", erklärte der belgische Schiedsrichterchef Robert Jeurissen.

"Wir arbeiten bereits seit fünf Jahren mit einem Sportpsychologen zusammen. Wenn er der Meinung ist, dass ein Schiedsrichter eine Pause benötigt, halten wir uns daran." Auch in Deutschland hat der Suizid-Versuch von Babak Rafati Fragen nach dem psychischen Druck aufgeworfen.

Schelstraete hatte sich vor dem Zweitligaspiel Tubize und FC Brüssel in die Pulsadern geschnitten, war aber noch rechtzeitig in der Kabine entdeckt worden.

Der Assistent von FIFA-Schiedsrichter Jerome Nzolo ist außer Lebensgefahr. Motiv war offenbar die Tatsache, dass Schelstraete von seiner Lebensgefährtin verlassen worden war.

Dennoch kamen Diskussionen um die Belastung der Referees auf.

"Vielleicht ist der Druck der Medien auf die Schiedsrichter zu groß geworden. Zudem gibt es unter den Schiedsrichtern einen großen Konkurrenzkampf, um Spiele in der ersten Liga leiten zu dürfen", sagte Sportpsychologe Jef Brouwers, mit dem belgische Schiedsrichter seit einigen Jahren zusammenarbeiten

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