Die 0:1-Niederlage der japanischen Nationalmannschaft im WM-Qualifikationsspiel gegen Nordkorea hat auch das japanische Parlament beschäftigt.

Hintergrund: Es existierte offenbar Angst vor einer möglichen Entführung der Spieler der Auswahl Nippons in Pjöngjang. "Ich bin sicher, dass im Falle eines Sieges unsere Spieler entführt worden wären", sagte der Abgeordnete der konservativen Partei, Tetsushi Sakamoto.

Die "blauen Samurai" hatten im Spiel der asiatischen WM-Qualifikationsgruppe C in Nordkorea auf einige Stammspieler verzichtet und das erste Spiel der beiden Länder auf nordkoreanischem Boden seit 22 Jahren verloren.

Dies sei allerdings nur eine strategische Maßnahme des italienischen Trainers der Japaner, Alberto Zaccheroni, gewesen, um seine eigenen Spieler vor Übergriffen zu schützen, mutmaßte Sakamoto weiter. In der Vergangenheit hatte es bereits eine Reihe von Entführungen japanischer Bürger unter ungeklärten Umständen gegeben.

Erst im Jahr 2002 hatte das stalinistische Nordkorea öffentlich zugegeben, für einige dieser Entführungen verantwortlich zu sein. Die Aufarbeitung dieser Fälle belastet die Beziehungen der beiden Länder weiterhin schwer.

Bereits auf dem Flughafen in Pjöngjang sei die Auswahl der Japaner über vier Stunden unnötig lange aufgehalten und dabei sehr scharf kontrolliert worden. Während des gesamten Aufenthalts im Nachbarland sei die Stimmung dazu sehr feindselig gewesen, hieß es im Parlament.

Das Spiel selbst hatte für beide Mannschaften keinen sportlichen Wert mehr, da die Japaner zusammen mit den Usbeken bereits im Vorfeld die nächste WM-Qualifikationsrunde erreicht hatten.

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