Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird die Schmiergeld-Affäre beim Fußball-Weltverband FIFA auf seiner Exekutivsitzung in London besprechen.

Allerdings werde es keine Bestrafung von Ex-Mitglied, FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange (Brasilien/96), geben. Dies bestätigte IOC-Präsident Jacques Rogge in einer Telefonkonferenz am Montag.

Am vergangenen Mittwoch hatte das Schweizer Bundesgericht bestätigt, dass Havelange und sein ehemaliger Schwiegersohn Ricardo Teixeira Schmiergelder in Millionenhöhe vom inzwischen insolventen FIFA-Vermarkter ISL erhalten hatten. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter, ebenfalls IOC-Mitglied, will erst mit der ISL-Pleite 2001 von den Zahlungen erfahren haben.

"Natürlich werden wir über den Fall auf der Exekutivsitzung sprechen", sagte Rogge. Havelange war im vergangenen Dezember als IOC-Mitglied zurückgetreten, nachdem es Anschuldigungen gegen ihn gegeben hatte und er von der Ethik-Kommission befragt werden sollte.

Nach deren Ermittlungen drohte dem 24 Jahre als FIFA-Chef amtierenden Havelange wegen einer Schmiergeld-Affäre der Ausschluss. Rogge stellte am Montag klar: "Herr Havelange ist kein Mitglied mehr, und er fällt nicht mehr unter die IOC-Regeln."

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