Der Schweizer Anti-Korruptions-Experte Mark Pieth glaubt nicht, dass UEFA-Chef Michel Platini eine wirkliche Alternative zu FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (76) darstellt.
"Von Platini sind bisher meines Wissens nach nicht viele Impulse ausgegangen, er ist nicht der große Reformer. Aber er hat sich auch nicht quergestellt", sagte Pieth, der im Weltverband Reformen im Kampf gegen Korruption und für mehr Transparenz durchsetzen soll, im Interview mit "Sport Bild".
Der 57 Jahre alte Franzose Platini, der als möglicher Nachfolger des bis 2015 gewählten Blatter gilt, sitzt auch im Exekutivkomitee der FIFA und gilt als "Ziehsohn" des FIFA-Bosses.
Kritisch sieht Jura-Professor Pieth das Einmischen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dessen Exekutive sich am Wochenende in London mit der ISL-Schmiergeldaffäre und der Rolle von Blatter beschäftigen wird. "Das IOC soll sich zunächst seine eigenen Sachen anschauen.
Die haben nach Salt Lake City einen Schritt gemacht, aber einen halbherzigen. Die Wahl der Personen ins Integritäts-Komitee überzeugt mich nicht. Bei der Frage, woher sie kommen, spielt der IOC-Präsident eine viel zu große Rolle. Da sind wir beim Thema Unabhängigkeit", betonte Pieth.
