Der ehemalige FIFA-Präsidentschaftskandidat Mohamed Bin Hammam sieht nach dem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS seine Ehre wiederhergestellt und sich selbst vollständig rehabilitiert.
"Die Wahrheit ist herausgekommen und ich habe ein reines Gewissen", sagte der Katarer im Interview mit der französischen Nachrichtenagentur "AFP".
Am Donnerstag hatte der CAS aus "Mangel an Beweisen" überraschend die Sperre von Bin Hammam aufgehoben. Zuvor war der 63-Jährige vom Fußball-Weltverband FIFA aufgrund einer Schmiergeldaffäre lebenslang gesperrt worden.
Die FIFA hat laut Presseerklärung "mit Besorgnis" das Urteil des CAS zur Kenntnis genommen, nachdem der Vorsitzende der FIFA-Disziplinarkommission die provisorische Sperre gegen Bin Hammam erst am 18. Juli weltweit ausgedehnt hatte. Der asiatische Verband AFC teilte mit, dass Bin Hammam trotz der Entscheidung von Lausanne wegen Verstößen gegen die Verbandsrichtlinien für weitere 30 Tage gesperrt bleibt. Damit wolle die AFC ein Zeichen setzen und der Welt zeigen, dass derartiges Verhalten im asiatischen Verband keinen Platz habe.
Mohamed Bin Hammam fühlt sich offensichtlich aber nach wie vor im Recht und als Opfer einer Rufmordkampagne. "Ich habe immer gesagt, dass ich unschuldig bin. Ich war mir sicher, dass die Wahrheit ans Tageslicht kommt, wenn die Angelegenheit vor einem unabhängigen Gericht behandelt wird", sagte Bin Hammam AFP und fügte hinzu: "Ich bin sehr glücklich, weil ich nachweisen konnte, dass alle Vorwürfe gegen mich haltlos waren und nur dazu dienten, meinen Ruf zu beschädigen."
Der neun Jahre als AFC-Präsident amtierende Bin Hammam soll gemeinsam mit dem mittlerweile zurückgetretenen Jack Warner (Trinidad/Tobago) bei einem Treffen der karibischen Fußball-Union CFU im Mai 2011 Stimmen für seine Präsidentschaftskandidatur gekauft haben. Geldgeschenke in Höhe von jeweils rund 40.000 Dollar sollen an die Delegierten verteilt worden sein.
Der CAS hatte bei seiner Urteilsbegründung darauf hingewiesen wird, dass Bin Hammam wahrscheinlich der Ausgangspunkt dieser Bestechungsgelder sei. Deshalb wollte der Gerichtshof auch auf keinen Fall von einer gänzlichen Unschuld sprechen. Die FIFA habe es aber ihrerseits versäumt, ausreichend Beweise für einen Bestechungsversuch vorzulegen.
"Ich bin sehr erfreut, dass auch die Ehre meiner Kollegen aus der CONCACAF-Zone, die stets an meiner Seite waren, wiederhergestellt wurde, nachdem auch ihre Namen in den Schmutz gezogen wurden", sagte nun Bin Hammam: "Sie sind auch Opfer einer großen Ungerechtigkeit."
