Für Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß ist ein Rücktritt von FIFA-Chef Joseph S. Blatter notwendig, soll tatsächlich ein Reformprozess im Fußball-Weltverband durchgeführt werden. "Eine Aufarbeitung mit Blatter ist nicht möglich", sagte der 60-Jährige gegenüber SPORT1.
Der 76-jährige Blatter war zuletzt durch einen erneuten Schmiergeldskandal und gerichtlich festgestellte Zahlungen an FIFA-Ehrenpräsident Joao Havelange (96) und dessen Ex-Schwiegersohn Ricardo Teixeira (65) durch den ehemaligen FIFA-Vermarkter ISL weiter unter Druck geraten.
Hoeneß forderte nochmals vehement einen Abschied von Blatter bei der FIFA: "Die Zukunft kann nur ohne ihn stattfinden."
Ähnlich sieht es der ehemalige FIFA-Mediendirektor Markus Siegler.
"Es war mir schon seit längerem bewusst, dass ein glaubwürdiger Neuanfang und eine erfolgreiche Imagekorrektur der FIFA nur ohne Sepp Blatter möglich ist. Das Schlimmste ist aber, dass er in Aussicht stellte, 2015 wieder anzutreten. Das ist nicht zum Wohl der FIFA", sagte Siegler dem "Blick".
Für den ehemaligen Journalisten sei der Walliser Blatter nicht in der Lage, loszulassen: "Er tut auch mit 76 Jahren alles, um seine Position zu behalten. Es geht ihm um Macht, Ehre, Prestige. Er wird gern hofiert. Man hat den Eindruck, er fühle sich als Gottgesandter."
Der FIFA-Präsident, der abstreitet, jemals Schmiergelder angenommen zu haben, habe ihm im Jahr 2001 "auf die Ehre seiner Mutter geschworen, nie etwas genommen zu haben", äußerte Siegler.
Zuletzt hatte Blatter im Interview mit den SonntagsBlick den Versuch, ihm mit 50.000 Dollar zu bestechen, aus dem Jahr 1986 publik gemacht. Er habe das Geld jedoch nicht angenommen, hatte Blatter erklärt.
