Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat nach Eingang der Strafanzeige die Ermittlungen gegen "Rambo" Luisao vom portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon aufgenommen. Dies erklärte Staatsanwalt Ralf Herrnbrück gegenüber SPORT1.
Schiedsrichter Christian Fischer (Hemer) hatte Anzeige gegen den Brasilianer, der ihn am Samstag im Testspiel bei Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf brutal umgestoßen hatte, erstattet, wie Herrnbrück bestätigt.
"Zu dem Fortuna-Fall vom Samstag liegt uns eine Strafanzeige des Schiedsrichters vor, die er an seinem Heimatort gestellt hat und die inzwischen hier eingegangen ist. Aufgrund dessen ist ein Verfahren gegen Luisao wegen Körperverletzung eingeleitet worden."
Dieses Vergeben kann mit einer Geldstrafe, theoretisch auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren sanktioniert werden. Eine Gefängnisstrafe ist jedoch unwahrscheinlich.
Staatsanwalt Christoph Kumpa erklärte, die Tat sei vor 25.000 Zuschauern zum Nachteil des Unparteiischen passiert, somit liege auch ein öffentliches Interesse vor. Fischer hatte die Begegnung nach dem Vorkommnis abgebrochen.
Luisao hat nun die Gelegenheit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Dazu wird voraussichtlich ein Rechtshilfeersuchen an die portugiesische Staatsanwaltschaft beziehungsweise die Polizei gestellt.
Möglich ist auch, dass der Südamerikaner einen Befragungsbogen mit seiner Stellungnahme ausfüllen muss. Die Vernehmung beziehungsweise das Einholen der Stellungnahme des 31-jährigen Luisao kann sich mehrere Wochen hinziehen.
Der Brasilianer hatte die Szene in Düsseldorf in ersten Kommentaren heruntergespielt. "Der Schiedsrichter legt ein Verhalten an den Tag, das man nur bedauern kann", hatte der Brasilianer gesagt. Der Referee hatte eine Gehirnerschütterung bei dem Vorfall erlitten und daraufhin Anzeige erstattet.
