Der kolumbianische Traditionsverein Millonarios wird seine in der Hochzeit der Drogenkartelle gewonnenen Meisterschaften nun doch nicht zurückgeben.
Das teilte der Klub in Bogota mit. Nach einer ausführlichen Studie und einer ethischen Abwägung der Argumente, habe sich der Verein dazu entschieden, die Titel zu behalten, teilte die Geschäftsführung mit.
Vor drei Wochen hatte Millonarios-Präsident Felipe Gaitan Tovar in einem Interview erklärt, der Klub erwäge aus moralischen Gründen eine Rückgabe der Titel.
Die Fans des beliebtesten Hauptstadtklubs hatten danach wütend protestiert, während die kolumbianische Regierung den Klub zu diesem Schritt ausdrücklich ermuntert hatte.
Betroffen waren die beiden Meistertitel, die der Verein Ende der 80er Jahre gewonnen hat.
In dieser Zeit standen die Millonarios unter dem Einfluss von Gonzalo "Der Mexikaner" Rodriguez Gacha, der als Militärchef des berüchtigten Medellin-Kartells von Pablo Escobar galt.
In den 80er und 90er Jahren pumpten die kolumbianischen Drogenkartelle Millionen Drogendollars in den Profifußball und nahmen maßgeblichen Einfluss auf die Ergebnisse.
Während des Stadtduells zwischen Santa Fe und Millonarios verließen Ende der 80er Jahre die Mehrzahl der Zuschauer das Stadion, weil sie gegen einen offensichtlich "gekauften" Elfmeter für die Millonarios protestieren wollten.
