Ehrenamtliche Helfer anderer Amateur-Fußballklubs erheben nach dem tödlichen Angriff von Jugendlichen auf einen Linienrichter in den Niederlanden schwere Vorwürfe gegen den nationalen Verband KNVB.

Dieser habe trotz Warnungen auf frühere Taten von Spielern der A1- und der B1-Mannschaft des SV Nieuw-Sloten nicht hart genug reagiert, obwohl die Schiedsrichter sie in ihren Berichten deutlich beschrieben hätten.

Nach dem Spiel von Nieuw-Sloten beim SC Buitenboys in Almere war der 41 Jahre alte Schiedsrichter-Assistent Richard Nieuwenhuizen zu Tode geprügelt worden.

Aufgeführte Zeugen seien nach früheren Vorfällen nicht angehört worden, heißt es nun, der KNVB habe nach der Papierlage bestraft. Dabei sollen Spieler der inzwischen vom Spielbetrieb ausgeschlossen B1 von Nieuw-Sloten bereits im Oktober Morddrohungen gegen den Trainer des FC Almere ausgesprochen haben.

"Wenn du nicht schon über 50 wärst, würden wir dich totschlagen", sollen sie gesagt haben. Der Mann sei ins Vereinsheim geflüchtet. Die Spieler des FC Almere traten aus Angst nicht zum Rückspiel an.

Der Fall bewegt inzwischen auch viele andere Sportler. Die niderländischen Verbände für Schwimmen (KNZB), Volleyball (Nevobo) und Eishockey (NIJB) haben zu einer Schweigeminute am Wochenende aufgerufen.

"Wir sind schockiert und auch wütend, dass ehrenamtliche Helfer bei ihrer Tätigkeit von solch einer Gewalt getroffen werden können. Wir rufen alle Mitglieder auf, respektvoll mit allen ehrenamtlichen Helfern wie Schiedsrichtern und Jury-Mitgliedern umzugehen", erklärte KNZB-Direktor Jan Kossen.