Der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat mit einem Anflug von Humor auf den Dopingmissbrauch im spanischen Fußball reagiert.

Nachdem der Ex-Präsident des Erstligisten Real Sociedad San Sebastian erklärt hatte, allein 2008 seien vom Verein 327.000 Euro für Dopingmittel ausgegeben worden, meinte der 30-Jährige bei "Zeit Online": "Aber wenn es wirklich spanische Fußballer gegeben haben soll, die gedopt haben, dann fällt mir ein, dass ich vielleicht irgendwann noch Europameister 2008 werde."

Der heute beim FC Everton in der englischen Premier League spielende Hitzlsperger hatte damals mit der Nationalmannschaft, für die er 2010 letztmals spielte, das EM-Finale gegen Spanien verloren. 2007 hatte Hitzsperger sogar die Kapitänsbinde getragen.

Hitzlsperger glaubt: "Doping mag im Fußball nicht so viel helfen wie in anderen, weniger komplexen Sportarten. Doch Doping wirkt auch für Fußballer leistungssteigernd. Unser Sport wird immer athletischer."

Er fügte an: "Mit Doping kann man mehr laufen oder in der letzten Minute den entscheidenden Pass genauer spielen, weil man konzentrierter ist. Außerdem hilft es in der Regeneration. Aber wer taktisch nicht gut geschult ist oder technische Mängel besitzt, der wird auch mit Doping an seine Grenzen stoßen."

Zur Verbreitung von Doping in der Fußballszene sagt Hitzlsperger: "So wie es aussieht, konzentrieren sich einige Spieler lieber um Spielbetrug in Zusammenarbeit mit der Wettmafia. Dopingstrukturen, wie sie im Fahrradsport vorhanden sind, kann ich mir im Fußball beim besten Willen nicht vorstellen."

Als Begründung führt er an: "Auch wir werden kontrolliert, und wer dopt, schadet nicht nur sich selbst, sondern dem ganzen Team und Verein. Ich bin der Überzeugung, dass die Ärzte der Vereine einschreiten und es dem Trainer melden würden."

Nachdem San Sebastians früherer Präsident Inaki Badiola verkündet hatte, vor seiner Amtszeit habe der Klub Dopingmittel mit Schwarzgeld bezahlt, hat Spaniens staatliche Anti-Doping-Agentur AEA eine Untersuchung eingeleitet.

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