Die Chaostage beim AEK Athen nehmen kein Ende:

Wenige Tage nach der Entlassung von Trainer Ewald Lienen haben Hooligans des griechischen Fußball-Traditionsklubs durch einen Platzsturm für einen Spielabbruch gesorgt und den erstmaligen Abstieg des hochverschuldeten elfmaligen Meisters damit wohl besiegelt.

Denn neben einer Geldstrafe droht dem 1924 gegründeten Klub, der im März durch den Hitler-Gruß von Mittelfeldspieler Giorgos Katidis unrühmlich in die Schlagzeilen geriet, nach den Ausschreitungen während der Partie am Sonntag gegen Panthrakikos Komotini ein Punktabzug.

Eine Entscheidung des Disziplinarkomitees der Super League wird für den Donnerstag nach der Anhörung des AEK erwartet.

Da das Spiel zunächst ohne Ergebnis in die Wertung einging, liegt AEK einen Spieltag vor dem Saisonende mit 30 Zählern punktgleich hinter dem Tabellen-14. Komotini auf dem 15. und ersten Abstiegsrang.

"Das sind schwere Tage für AEK", sagte Traianos Dellas, der am Mittwoch die Nachfolge des tags zuvor entlassenen Lienen angetreten hatte, nach seinem Debüt.

Dellas, Europameister von 2004, war zwischen 1999 und 2012 dreimal als Spieler bei AEK Athen beschäftigt. "Ich weiß, wie sich die wahren AEK-Fans fühlen und möchte mich bei diesen entschuldigen", sagte der 37-Jährige.

AEK-Präsident Andreas Dimitrelos klagte am Tag nach den Ausschreitungen über Brustschmerzen. Wie der Verein mitteilte, wurde der 54-Jährige vorsichtshalber in ein Athener Krankenhaus eingeliefert.

Ausgelöst wurden die Krawalle durch den Führungstreffer der Gäste in der 87. Minute. "Hunderte von Fans stürmten mit Brettern, Steinen, Eisenstangen auf den Platz und zerstörten alles, was ihnen im Weg war und jagten uns", schrieb Schiedsrichter Stavros Tritsonis in seinem Spielbericht.

Laut Tritsonis wurden ein Spieler und ein Verantwortlicher von Komotini verletzt. Nach dem Platzsturm flüchteten Spieler, Trainer und Offizielle in die Katakomben.

Der Polizei und den Ordnungskräften gelang es zwar, die Störer vom Platz zu drängen, dennoch entschied sich Tritsonis für einen Abbruch. "Das war ein Schlachtfeld", sagte Tritsonis.

Als sich das Stadion leerte, entlud sich zudem der Frust von rund 300 Zuschauern in der Zerstörung von Plastiksitzen. Auch vor dem Olympiastadion kam es zu Auseinandersetzungen von Rowdys und Polizisten.

Das Derby zwischen dem bereits feststehenden Meister Olympiakos Piräus und Panathinaikos Athen (1:1) ging dagegen über die Bühne, obwohl sich Anhänger von Panathinaikos rund 90 Minuten vor der Partie vor dem Karaisakis-Stadion eine Schlacht mit Polizisten geliefert hatten.

Im vergangenen März war das Derby nach Krawallen abgebrochen worden.

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