Der Weltverband FIFA hat den Rücktritt ihres ehemaligen Präsidenten Joao Havelange (Brasilien) fast eine Woche unter Verschluss gehalten. Das geht aus dem Bericht des Münchners Hans-Joachim Eckert als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer in der FIFA-Ethikkommission zum ISL-Schmiergeldskandal hervor. Demnach hat Havelange, der von 1974 bis 1998 den Weltverband führte, am Mittwoch vergangener Woche sein Ehrenamt niedergelegt.

Begründungen für Havelanges Entschluss sind bislang nicht bekannt. Allerdings liegt ein Zusammenhang mit Eckerts nun bekannt gewordenem Bericht und den darin nochmals enthaltenen Feststellungen nahe, dass der Südamerikaner in seiner Amtszeit ISL-Bestechungsgelder in Millionenhöhe angenommen und damit "moralisch und ethisch verwerflich gehandelt" hat.

Havelanges Denkmal ist durch seinen unrühmlichen Abgang endgültig gestürzt. Schon im Dezember 2011 war der ehemalige Olympia-Schiwmmer und -Wasserballer wegen der ISL-Affäre aus dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zurückgetreten und damit seinem Ausschluss zuvorgekommen. Ob das Olympiastadion in Rio de Janeiro für die Fußball-WM 2014 und die Sommerspiele 2016 weiterhin seinen Namen tragen wird, muss als fraglich angesehen werden.

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