FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sorgt einmal mehr mit neuen Verschwörungstheorien hinsichtlich der Vergabe der WM 2022 an Katar für Aufsehen.

Im Interview mit der "Die Zeit" sagte der 77-Jährige auf die Frage, ob sich die Entscheidung, auf das Abenteuer Katar einzulassen, nicht durch Zuwendungen beflügelt worden sei: "Eindeutig ja! Es gab direkte politische Einflüsse. Europäische Regierungschefs haben ihren stimmberechtigten Mitgliedern empfohlen, für Katar zu stimmen, weil sie große wirtschaftliche Interessen mit diesem Land verbinden."

Der Präsident des Weltverbandes sieht derweil Nachholbedarf im Fußball im Kampf gegen Doping.

"Bei der Bekämpfung des Dopings hinken wir hinterher. Wir haben noch keine richtige Lösung gefunden", äußerte der Schweizer. Deshalb setzt sich der FIFA-Chef auch für die Einführung eines Anti-Doping-Gesetzes in Deutschland ein. Man müsse ein solches Gesetz verabschieden, "dann kann die Nationale Anti-Doping-Agentur richtig loslegen, das heißt: den Fußball genau so wie die Leichtathletik überrollen und gezielt eingreifen".

Deutliche Kritik übte Blatter auch am WM-Konzept von Gastgeber Brasilien. Angesichts der sozialen Probleme sei es unverständlich, mit zwölf Stadien im Land des Rekord-Weltmeisters für die WM zu planen.

"Die Brasilianer hatten sogar 17 Stadien in 17 Städten vorgeschlagen. Die FIFA hat das auf zwölf Stadien reduziert. Auch acht hätten ausgereicht", betonte der FIFA-Boss, der sogar zugibt, dass "das Stadion in Manaus wirklich nicht mehr so intensiv genutzt" werde - nach der WM 2014.

Blatter weiter: "Aber die Leute wollten es ja unbedingt. Es sind nie so viele Briefe an die FIFA geschrieben worden wie von den Menschen aus der Region Manaus. Tenor: Wir wollen ein Stadion! Wir wollen ein Stadion!"

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