Nach neuerlichen Korruptionsvorwürfen in den vergangenen Tagen hat sich die Bundestagsfraktion der Grünen explizit für eine Neuausschreibung der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 ausgesprochen.

"Dieser Saustall FIFA muss aufgeräumt werden. Wir brauchen eine grundsätzliche Neuausrichtung", sagte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckart dem "ARD"-Hauptstadtstudio.

Es bestehe durchaus noch die Chance, so die Politikerin weiter, einen geeigneteren Austragungsort als Katar zu finden: "Bis 2022 ist genug Zeit, dafür zu sorgen, dass es hier wieder zum Fußball und nicht um Bestechung und Kommerz geht."

Göring-Eckardt appellierte an den Deutschen Fußball-Bund (DFB), seine Macht innerhalb der FIFA zu nutzen und Veränderungen einzuleiten. Von Bundeskanzlerin Angela Merkel erwartete die Grünen-Politikerin, dass sie sich bei ihrem anstehenden Besuch in Brasilien für eine Neuvergabe an einen demokratischen Austragungsort einsetzt.

"Es kann ja nicht sein, dass Herr Blatter selber sagt: In demokratischen Staaten gehen solche Großereignisse offensichtlich nicht mehr. Sondern im Gegenteil: Wir brauchen Kriterien - die UNESCO könnte da eine wichtige Rolle spielen - Kriterien von Umweltschutz, Kriterien von Menschenrechten, Kriterien von Transparenz. Das könnte Frau Merkel anstoßen, wenn sie in Brasilien unterwegs ist."

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