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Franz Beckenbauer wurde 1974 mit Deutschland Weltmeister © getty

Nachdem im Zuge der Korruptionsaffäre um die Vergabe der WM 2022 an Katar erstmals der Name Franz Beckenbauer fiel, macht ein FIFA-Mitglied Druck auf den "Kaiser".

Der britische FIFA-Vize-Präsident Jim Boyce forderte im Gespräch mit der Tageszeitung "The Telegraph" eine Sanktionierung Beckenbauers, sollte dieser als ehemaliger FIFA-Funktionsträger nicht mit FIFA-Chefermittler Michael Garcia kooperieren.

Die britische Zeitung "Sunday Times" hatte zuvor erneut Anschuldigungen für angebliche Bestechungen und Schmiergeldzahlungen rund um den Weltverband veröffentlicht.

Im Frühjahr 2011, fünf Monate nach der höchst umstrittenen Entscheidung für den Wüstenstaat, sei der heute 68-jährige Beckenbauer zusammen mit Vorständen eines Öl- und Gas-Unternehmens nach Doha eingeladen worden - von der im Zentrum der Vorwürfe stehenden Schlüsselfigur Mohamed Bin Hammam.

Die beteiligte Firma, die Beckenbauer damals als Berater angestellt haben soll, teilte der "Sunday Times" mit, bei dem Treffen seien mögliche Investitionen Katars im martimen Bereich diskutiert worden. Zu einem Vertragsabschluss sei es aber nicht gekommen.

Beckenbauer, bei der Vergabe an Katar im Dezember 2010 Mitglied im FIFA-Exekutivkomitee, gab auf Anfrage der Zeitung dazu keinen Kommentar ab.

Am Donnerstag hatte er in München noch klargestellt: "Mich hat keiner versucht zu beeinflussen oder mir etwas angeboten. Deshalb kann ich nichts dazu beitragen, wenn es um Korruption geht."

Wie seine Wahl ausfiel, hatte er nie öffentlich gemacht. "Das bleibt geheim", sagte Beckenbauer, der sich darauf beruft, kein offizielles Amt im internationalen Fußball mehr inne zu haben. Er hatte sich im März 2011 aus dem FIFA-Exko verabschiedet.

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