vergrößernverkleinern
Franz Beckenbauer wurde 1974 mit Deutschland Weltmeister © getty

Theo Zwanziger hat den im Zusammenhang mit der Korruptionsaffäre um die WM-Vergabe 2022 an Katar in die Schusslinie geratenen Franz Beckenbauer verteidigt.

"Aus der Tatsache, dass Fragen gestellt werden, darf man doch nicht den Schluss ziehen, dass der Befragte auch beschuldigt wird", sagte das deutsche FIFA-Exekutivmitglied zu SPORT1.

Und der ehemalige DFB-Präsident betonte, dass seine "hohe Wertschätzung" für Beckenbauer durch diesen Vorgang "in keiner Weise beeinträchtigt" worden sei.

Beckenbauers Name war in der Korruptionsaffäre um die WM-Vergabe 2022 an Katar vor einigen Tagen erstmals gefallen.

Zudem wurde darüber berichtet, dass Beckenbauer eine Befragung in der Sache durch FIFA-Chefermittler Michael Garcia abgelehnt habe. Der "Kaiser" erklärte seine Haltung allerdings damit, dass man ihm die juristischen Fragen nicht auf Deutsch, sondern nur auf Englisch habe zukommen lassen.

Der britische FIFA-Vize-Präsident Jim Boyce hatte im Gespräch mit der Tageszeitung "The Telegraph" eine Sanktionierung Beckenbauers gefordert, sollte dieser als ehemaliger FIFA-Funktionsträger nicht mit Chefermittler Michael Garcia kooperieren.

Zwanziger mahnte in der Angelegenheit allerdings zu Sachlichkeit.

"Wenn man aufklären soll, muss man Fragen stellen können, besonders an die, die bei der Vergabe dabei waren, wie das bei Beckenbauer der Fall ist. Also, was ist daran Dramatisches?", sagte der Jurist zu SPORT1: "Der Vorgang beweist nur, dass die Reform der FIFA erfolgreich ist. Denn es wird jetzt ernsthaft und kompetent aufgeklärt und ermittelt."

Zudem erklärte der ehemalige DFB-Präsident Zwanziger, der erst seit 2011 im Exekutivkomitee der FIFA sitzt, dass auch er zum Verhältnis des DFB zum Australischen Verband befragt worden sei.

"Selbstverständlich habe ich meine Aussage gemacht. Die Fragen haben mir gezeigt, wie breit Garcia seine Ermittlungen angelegt hat", sagte Zwanziger: "Im Interesse einer möglichst umfassenden Aufklärung finde ich das gut."

Hier weiterlesen: Katar: Zwanziger verteidigt Beckenbauer

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel