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Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (63) hat sich gegen eine erneute Kandidatur von FIFA-Boss Joseph S. Blatter (78) ausgesprochen. Als Nachfolger brachte er UEFA-Chef Michel Platini (58) ins Spiel. "Ich halte ihn für den geeignetsten", sagte Niersbach im Rahmen des 64. Kongresses des Fußball-Weltverbandes FIFA.

Der Präsident der Europäischen Fußball-Union (UEFA) Platini werde sich aber erst "im September" zu seinen möglichen Ambitionen erklären, sagte Niersbach: "Blatter hat sehr viel Gutes geleistet, aber dieser Übergang bietet sich an - sofern Michel geneigt ist.

Platini ist seit 1998 in der Funktionärswelt drin." Die Wahl der FIFA findet am 29. Mai 2015 in Zürich statt.

Niersbach habe während der Versammlung der UEFA-Mitgliedsverbände vor dem Kongress in Sao Paulo deutlich gemacht, "dass ich der gleichen Ansicht wie Michael van Praag bin".

Der Vorsitzende des königlich-niederländischen Fußball-Bundes KNVB hatte Blatter zuvor in dessen Anwesenheit als erster wichtiger Funktionär geraten, auf eine erneute Amtszeit an der FIFA-Spitze zu verzichten. Van Praag habe dies "sehr respektvoll vorgetragen", sagte Niersbach.

Auch der Brite Gregory Dyke sagte mit Blick auf die jüngsten Krisen um die "Katargate"-Affäre und die Schwierigkeiten im WM-Gastgeberland Brasilien: "Viele UEFA-Mitglieder wären darüber nicht glücklich. Sie finden, die FIFA hat einen schlechten Ruf und es muss etwas getan werden. Und das kann nicht passieren, solange Herr Blatter da ist."

Blatter sei "schon überrascht" gewesen, sagte der DFB-Präsident: "Weil es in dieser Klarheit und öffentlich artikuliert worden ist." Es sei aber keine "aggressive Stimmung" gewesen. "Wir müssen bei aller Aufregung sachlich bleiben", sagte Niersbach.

Sollte Platini bei der Wahl 2015 in Zürich antreten, könnte dies auch Auswirkungen auf Niersbach haben. Der DFB-Präsident, derzeit Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee, gilt in Funktionärskreisen als möglicher Nachfolger Platinis an der UEFA-Spitze.

Deutschlands Liga-Präsident Reinhard Rauball (Dortmund) hatte sich bereits für eine UEFA-Präsidentschaftskandidatur Niersbachs stark gemacht, sollte Platini sich um den Vorsitz in der FIFA bewerben.

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