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Michael Garcia wurde im Juli 2012 zum Chefermittler ernannt
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Chefermittler Michael Garcia und sein Team der unabhängigen FIFA-Ethikkommission sichten bei der Untersuchung der doppelten WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar (2022) auch die Dokumente der britischen Zeitung "Sunday Times".

Das bestätigte Garcia am Mittwoch in Sao Paulo, der Abschluss der Ermittlungen könnte sich so weiter verzögern.

"Die große Mehrheit dieses Materials stand uns zur Verfügung, es wurde und wird untersucht", sagte der frühere US-Anwalt: "Wir haben die Quelle kontaktiert und sind zuversichtlich, vollständigen Zugang zu den Daten zu bekommen." Insgesamt seien während der Ermittlungen "Zehntausende" Dokumente gesichtet worden.

Laut offizieller Mitteilung der vergangenen Woche hätte Garcia die Untersuchung eigentlich am Montag abschließen wollen, um in den kommenden sechs Wochen seinen Bericht für die FIFA-Spruchkammer mit dem deutschen Richter Hans-Joachim Eckert fertigzustellen.

Zu einem Ende der Ermittlungen machte Garcia am Mittwoch keine neuen Angaben.

Es sei "unmöglich", vorherzusagen, ob in Zukunft neue Informationen auftauchen, sagte Garcia: "Was wir tun können, ist das Material, das andere haben, anzufordern."

Die doppelte Vergabe an Russland und Katar war in den vergangenen Monaten immer wieder in die Kritik geraten.

Zuletzt hatte die "Sunday Times" vermeintlich belastende Dokumente veröffentlicht, die - sollte Garcia sie bestätigen - einen enormen Korruptionsskandal bei der Wahl des Wüstenemirats beschreiben. Auch der Name von Franz Beckenbauer war aufgetaucht.

Im Anschluss mehrten sich die Forderungen nach einer Neu-Vergabe der WM 2022. Zuvor war "nur" über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen auf den Baustellen am Persischen Golf sowie über die unzumutbaren klimatischen Bedingungen mit Temperaturen bis zu 50 Grad Celsius im katarischen Sommer diskutiert worden.

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