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Schiedsrichter-Chef Massimo Busacca hat Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines Videobeweises im Fußball geäußert.

"Wir wollen den perfekten Referee. Wenn die Situation zu 100 Prozent klar ist, würde es dem Schiedsrichter helfen, ein Video zu benutzen. Aber von diesen Situationen gibt es heutzutage nicht sehr viele", sagte der Schweizer am Freitag in Rio de Janeiro.

Zuvor hatte sich FIFA-Präsident Joseph S. Blatter beim 64. Kongress des Weltverbandes überraschend für den Videobeweis ausgesprochen. "Wir können mehr tun", sagte der 78-Jährige: "Warum geben wir den Trainern nicht die Möglichkeit, zwei Entscheidungen im Spiel anzuzweifeln? Wenn ein Trainer nicht einverstanden ist, könnte er nach einem Videobeweis fragen."

"Wir sind Menschen, wir machen Fehler", hielt Busacca entgegen. Das Spiel bei Streitfällen zu stoppen wie etwa beim Elfmeterpfiff von Yuichi Nishimura im WM-Eröffnungsspiel sei problematisch.

"Wie viele Minuten stehen wir dann da und fragen uns: Hat der Verteidiger seinen Fuß reingestellt oder der Stürmer Kontakt gesucht? In solchen Fällen habe ich Zweifel (an der Sinnhaftigkeit des Videobeweises)", sagte Busacca.

Verschwörungstheorien, wonach die Nationalmannschaft von Gastgeber Brasilien bei der WM bevorteilt wurde, wies er entschieden zurück. "Das ist pure Fantasie", sagte er, "wir müssen daran glauben, dass die Schiedsrichter ehrlich sind."

Die kroatische Nationalmannschaft hatte sich nach dem 1:3 im WM-Eröffnungsspiel gegen Brasilien am Donnerstag massiv über Schiedsrichter Yuichi Nishimura beschwert. Spieler und Verantwortliche mutmaßten, dass die FIFA ein Interesse an einem erfolgreichen Abschneiden der Selecao habe.

"Hier wird etwas behauptet, was ich so nicht stehen lassen kann", sagte FIFA-Marketingchef Thierry Weil: "Es ist nicht richtig, dass die FIFA dem Gastgeber hilft. Wir können garantieren, dass die FIFA das nicht tut. Wir sind hier, um ein gutes Turnier zu gewährleisten, sonst nichts. Fehler werden nicht absichtlich gemacht, das können wir versichern."

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