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Wolfgang Niersbach ist Präsident des DFB
Wolfgang Niersbach übernahm 2012 das Amt des DFB-Präsidenten © getty

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sieht nach der Ankündigung des in die Kritik geratenen FIFA-Bosses Joseph Blatter, erneut für das Amt zu kandidieren, nun UEFA-Chef Michel Platini in der Pflicht, sich für eine mögliche Gegenkandidatur zu positionieren.

"Der wichtigste nächste Schritt ist, dass Michel Platini Ende August erklären will, ob er antritt", sagte Niersbach der "Süddeutschen Zeitung".

Für den 63-jährigen Niersbach wäre der Franzose Platini der ideale Nachfolger: "Er hat ein gutes Klima geschaffen in der UEFA, er hat ein Standing bei den 54 Nationalverbänden."

Nach den Korruptionsvorwürfen gegen den ehemaligen FIFA-Funktionär Mohamed Bin Hammam im Zusammenhang mit der Vergabe der WM 2022 an Katar waren Blatter und sein Verband vonseiten des Fußballs, aber auch der Wirtschaft und der Politik massiv unter Druck geraten.

"Es geht, wie Michel Platini es ausgedrückt hat, jetzt vor allem darum, frischen Wind in die FIFA-Führung zu bringen", sagte Niersbach.

Blatter war auf dem FIFA-Kongress in Sao Paulo vom niederländischen Verbandschef Michael van Praag nahegelegt worden, auf eine erneute Kandidatur zu verzichten.

Blatter hatte daraufhin die Veranstaltung verlassen und die Kritik an seiner Person als "respektlos" bezeichnet.

"Dass Blatter so etwas konkret und frontal nahegelegt wurde, hat ihn sicher konsterniert, damit hatte er nicht gerechnet", sagte Niersbach, der auf der Veranstaltung ebenfalls zu Wort kam:

"Ich habe gesagt: Kompliment für den sachlichen Vortrag von Michael van Praag, den ich inhaltlich und in der Form teile."

Niersbach hätte es als "eleganten Übergang empfunden, wenn Sepp Blatter selbst gesagt hätte, Brasilien ist die letzte Plattform für mich. Dann übergebe ich an Michel Platini", sagte Niersbach und fügte an:

"Nach meiner Kenntnis gab es auch in der Vergangenheit eine interne Absprache in diese Richtung."

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