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FIFA-Präsident Joseph S. Blatter möchte für eine weitere Amtszeit gewählt werden © getty

Die neuesten Enthüllungen über die finanziellen Machenschaften des Fußball-Weltverbandes sind Wasser auf die Mühlen der zahlreichen FIFA-Kritiker.

Laut eines Berichts der Londoner "Sunday Times" haben sich die 25 Mitglieder des Exekutivkomitees mal eben eine Verdoppelung ihrer jährlichen Aufwandsentschädigung von 100.000 Dollar (73.594 Euro) auf 200.000 Dollar (147.188 Euro) genehmigt. Die Zeitung beruft sich auf Millionen von Dokumenten (darunter Kontoauszüge), die ihr vorlägen.

Die FIFA wollte sich auf Anfrage am Sonntag nicht konkret zu diesem Bericht äußern. "Wir kommentieren keine Spekulationen", sagte Sprecherin Delia Fischer.

Sie führte aber aus, dass die Exko-Mitglieder nur eine "Aufwandsentschädigung" erhielten, Gehälter und die umstrittenen Boni seien gestrichen worden.

Genau diese Streichung soll laut Sunday Times der Grund für die Aufstockung der Entschädigungszahlungen gewesen sein. Die FIFA wolle damit Korruption in ihrer "Regierung" verhüten.

"Es wurde verdoppelt, als Ausgleich für den Wegfall der Bonuszahlungen", wird ein namentlich nicht genanntes Exko-Mitglied in der Zeitung zitiert.

Die Exko-Angehörigen, zu denen auch der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger gehört, erhielten bisher einen Bonus in Höhe von 75..000 Dollar pro Jahr. In WM-Jahren waren es sogar bis zu 200.000 Dollar.

Besonders pikant ist dabei die letzte WM-Ausschüttung: Nach Angaben der Sunday Times wurde den Exko-Mitgliedern der WM-Bonus für das Jahr 2010 (200.000 Dollar) exakt einen Tag vor der Abstimmung über die WM-Vergabe 2022 überwiesen.

Es folgte die nach wie vor äußert umstrittene und unter Korruptionsverdacht stehende Vergabe der Endrunde an Katar.

Laut des Blattes können sich die Exko-Mitglieder, die während ihres Aufenthalts bei der WM-Endrunde in Brasilien angeblich 700 Dollar "Taschengeld" pro Tag erhalten, ihre Aufwandsentschädigung auf Schweizer Konten überweisen lassen.

Die Zeitung lässt einen Experten zu Wort kommen, der aufgrund dieser Praxis die Möglichkeit der Steuerhinterziehung gegeben sieht.

Auch FIFA-Kommunikationsdirektor Walter De Gregorio wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

"Wir können nicht jede Seite, die Sie sich aus den hunderten Millionen von Mails - die Ihnen nach eigenen Angaben vorliegen - herauspicken, kommentieren", schrieb De Gregorio per Mail der "Sunday Times": "Das könnte ja immer so weiter gehen. Wir können dieses Spiel nicht jedes Wochenende spielen. Das wissen Sie. Das ist lächerlich."

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