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Paul Breitner (M.) war unter anderem mit Markus Babbel (l.) und Paulo Sergio (r.) beim "Legendenfrühstück" in New York dabei © SPORT1

Paul Breitner hat die Leistung der brasilianischen Nationalmannschaft bei der Heim-WM scharf kritisiert:

"Brasilien spielt denselben Fußball wie vor zehn bis fünfzehn Jahren. Das erinnert mich vom Tempo ein bisschen an unsere All-Stars. Dasselbe Problem hatten wir in Deutschland 2004. Wir dachten, mit den deutschen Tugenden reicht es immer und haben nicht nach rechts und links geschaut, wie sich der Fußball verändert. In Brasilien glauben sie, dass es immer noch so geht", sagte der 62-Jährige auf einem Legendentermin bei der USA-Reise des FC Bayern, bei dem auch SPORT1 teilnahm.

Um die Situation zu verbessern, müsse man an der Basis arbeiten und die Jugendarbeit verbessern.

Vor allem die Leistung von Abwehrspieler David Luiz ist Breitner negativ aufgefallen: "Gegenüber David Luiz war Lucio ein hochdisziplinierter Innenverteidiger", sagte Breitner im Bezug auf die Offensivausflüge von Luiz.

Der ebenfalls anwesende Giovane Elber nahm sein Heimatland hingegen in Schutz: "Die Enttäuschung in Brasilien ist immer noch da. Mit Carlos Dunga hat man aber jetzt den richtigen Trainer, da dieser eine deutsche Mentalität hat. An Deutschland muss man sich jetzt orientieren. Mit Herz alleine kann man nicht Weltmeister werden."

Brasilien-Kumpel Paulo Sergio war mit Ex-Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari alles andere als zufrieden: "Felipe (Scolari) hat viele Fehler gemacht. Im Training hat man fast nur Spielchen gemacht. Wir haben insgesamt viele Fehler gemacht."

Grundsätzlich war Breitner enttäuscht vom Niveau der WM:

"Das Niveau der WM war außer den Leistungen von Deutschland und Holland ähnlich schlecht wie 1978. Das war vom Gesamtniveau her eine der schlechtesten WMs aller Zeiten", meinte der Markenbotschafter des FC Bayern. Die Bundesliga solle sich daher auch nichts von der Endrunde in Brasilien abschauen.

Auch Markus Babbel, der ebenfalls an dem Termin in New York teilnahm, war von den Leistungen der meisten Teams enttäuscht:

"Die Leistungsdichte ist enger geworden. Es gibt keine Schwachen mehr. Mich hat überrascht, dass es bei den großen Nationen mit Ausnahme von Holland, Chile, Deutschland und Kolumbien kaum Struktur im Spiel gab. Da war vieles auf Zufall aufgebaut."

Die "Legenden" sind bei der USA-Reise des FC Bayern vor Ort.

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