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Thomas Müller (l.) hat für die kommende Saison einen Profivertrag beim FCB unterschrieben © imago

Der Stürmer brilliert beim Sieg über Milan und ist der wertvollste Spieler. Es ist nicht das erste Mal, das er heraussticht.

Vom FC Bayern berichtet Mathias Frohnapfel

München - Als sein Name auf der Anzeigetafel aufleuchtete, dürfte es jedem klar gewesen sein:

Thomas Müller könnte der neue Shootingstar des FC Bayern werden. (Vereinsseite: Alle Infos zum FC Bayern)

Nach seiner Gala beim 4:1-Sieg über den AC Milan wurde der 19-Jährige zum Spieler des Spiels gewählt.

Es war der Lohn für zwei Tore und eine Vorlage. Und Müller spielte nicht nur unheimlich effektiv, sondern gefiel gegen müde Mailänder auch mit viel Dynamik (zum Spielbericht).

Ein Mann auch für die Zehnerposition

Auf welchen Wegen der Ball übers Feld wandern würde, auch das schien der Stürmer oft genau vorauszuahnen.

Wegen dieser Spielantizipation hat der Jungspund vor kurzem im Test gegen Köln für den verletzten Franck Ribery auch auf der Zehnerposition spielen dürfen (zum Artikel: Gestatten Müller - neue Nummer 10) .

Als nun Miroslav Klose grippekrank ausfiel, nutzte Müller die Chance im Angriff - wie bereits gegen die Stuttgarter Kickers, als er dreimal traf.

Im Moment ist Müller kaum aus der Startelf für das DFB-Pokalspiel gegen Neckarelz am Sonntag wegzudenken.

"Ich habe mein Bestes gegeben"

Womöglich bekommt er schon im Finale des Audi Cups (zur Sonderseite) gegen Manchester United (ab 20.30 Uhr LIVE) die nächste Gelegenheit zu brillieren.

"Es ist gut gelaufen. Ich habe mein Bestes gegeben und versuche dranzubleiben", sagte Müller nach dem Sieg über Milan.

Ansprüche zu stellen, dafür findet es der junge Mann, der nahe des Ammersees aufwuchs, noch zu früh.

Aber: "Wenn es so klappt wie heute, mache ich mir schon Hoffnungen, auf Einsätze zu kommen."

"Die größte Überraschung in der Mannschaft"

Daniel Pranjic bewertete die Leistung des Mannschaftskollegen gegenüber Sport1.de so:

"Wenn du als junger Stürmer Klose, Gomez, Toni und Ivica Olic vor dir hast, dann ist es schwer. Aber er macht das sehr gut. Aus meiner Sicht ist er bisher die größte Überraschung in der ganzen Mannschaft."

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Der Co-Trainer des FC Bayern Hermann Gerland hielt sich im Bauch der Allianz Arena indes bewusst mit lobenden Worten zurück. Er wollte den Hype um das Talent wohl nicht zusätzlich anfeuern.

Dabei kennt der frühere Coach der Drittliga-Mannschaft Müller bestens aus dieser Zeit.

Schon vor einigen Monaten, als Müller seinen Profivertrag erhielt, sagte Gerland: "Müller ist ein Juwel. Der hat überragende Fähigkeiten, die er aber noch zu selten einbringt."

Doch mittlerweile zeigt das Bayern-Eigengewächs diese Fähigkeiten ja immer öfter.

Zwangsläufig muss man an seinen Namensvetter im Bayern-Dress denken: Gerd Müller, den FCB-Torjäger schlechthin.

Bisher zumindest wird der Name "Müller" für den potenziellen Nachfolger nicht zur Bürde.

Milan ohne Power

Auch Nationalstürmer Mario Gomez freute sich über den Sieg, meinte aber realistisch: "Letztendlich war es nur ein Vorbereitungsspiel. Mailand war nicht sehr spritzig und spielstark".

Die Tortur einer Amerika-Reise schlauchte die Rossoneri. Nach der deftigen Klatsche beim Champions-League-Konkurrenten schlichen die meisten Spieler daher kommentarlos aus der Arena.

Und Trainer Leonardo verwies wie in einem Mantra auf die schwierigen Umstände und den Übergangszustand, in dem sein Team seit dem Abgang von Kaka und Paolo Maldini steckt.

Die Mailänder müssen nun im Spiel gegen die Boca Juniors (ab 18.15 Uhr LIVESCORES) auf den Trostpreis des dritten Platzes hoffen.

Für die Bayern geht es dagegen um den ersten Titel der Saison.

Und das sehr zur Freude von Trainer Louis van Gaal.

Er lobte sein Team für den geduldigen Spielaufbau und die wenigen Ballverluste. "Ich denke, dass wir gut Fußball gespielt haben."

Ein Kompliment, das sich die Mannschaft am Mittwoch auch dank Thomas Müller erarbeitet hatte.

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