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Michael Rensing kämpft mit Hans-Jörg Butt um die Nummer eins im Bayern-Tor © getty

Die Bayern wollen unbedingt ManUnited schlagen. Im Tor gibt es eine Bewährungsprobe. Milan und Boca Juniors kämpfen um Platz 3.

Von Mathias Frohnapfel

München - Es ist das perfekte Finale: FC Bayern gegen Manchester United (ab 20.30 Uhr LIVE).

Und für die Münchner ist der Audi Cup (zur Sonderseite: Audi-Cup) die Möglichkeit, zumindest ein klitzekleines bisschen Revanche zu nehmen für eine der bittersten Pleiten ihrer Klubgeschichte.

Im Mai 1999 wurde dem Team um Stefan Effenberg und Lothar Matthäus von United in der Nachspielzeit die schon sicher geglaubte Champions-League-Trophäe entrissen.

Und als Sir Alex Ferguson am Dienstag in München ankam, hatte er natürlich die Frage nach dem Herzschlagfinale erwartet.

Der Trainer der "Red Devils" antwortete als Gentleman.

"That?s football" ("So ist Fußball"), sagte Ferguson, als er an den 2:1-Triumph von Manchester United gegen Bayern im Champions-League-Finale vor zehn Jahren zurückdachte.

Süße Erinnerungen an 1999

Und dann schwelgte er doch noch ein wenig in der Erinnerung an die Mannschaft, das in jener Saison zig Spiele dank eines unbändigen Teamgeists umgebogen hatte.

Nach dem 2:1-Sieg von United gegen Boca Juniors (zum Spielbericht) und dem 4:1 der Münchner über Milan (zum Nachbericht) kommt es nun tatsächlich zum erneuten Aufeinandertreffen der großen Rivalen.

Zwar ist es nur ein Freundschaftsturnier, doch jeder Sieg über einen solch prestigeträchtigen Gegner kann Selbstvertrauen für Wochen bringen.

Präzise Pässe gegen Boca Juniors

Manchester zeigte im Semifinale gegen die Argentinier gute Ansätze, der Ball lief oft präzise und ohne Umwege nach vorn.

Anderson und Antonio Valencia erzielten die Tore.

Besonders der Treffer von Valencia dürften den United-Fans Auftrieb geben, gilt der Neuzugang von Wigan Athletic doch als möglicher Nachfolger von Cristiano Ronaldo.

Trainer Ferguson ist ohnehin nicht bang vorm Neuaufbau ohne den zu Real Madrid abgewanderten Superstar.

70 Millionen Euro für Neuzugänge

Es komme auf die gesamte Mannschaft an, betontet er immer wieder. Zudem will der Klub für den Kauf von neuen Kräften rund 70 Millionen Euro locker machen.

Bisher kamen neben Valencia (18,6 Millionen Euro), Gabriel Obertan (3,5 Millionen, Girondins Bordeaux) und Michael Owen (ablösefrei, Newcastle United).

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Rensing muss sich beweisen

Beim FCB werden indes viele Augen auf Torhüter Michael Rensing gerichtet sein. Absprachegemäß soll der 25-Jährige diesmal statt Jörg Butt zwischen den Pfosten sehen.

Womöglich kann Rensing mit einer guten Leistung doch noch an Butt vorbeiziehen, der gegen Milan nicht immer zu hundert Prozent konzentriert wirkte.

Trainer Louis van Gaal hat angekündigt mit dem ersten Pflichtspiel am Sonntag im DFB-Pokal gegen Neckarelz eine erste Torhüter-Entscheidung fällen zu wollen. (Vereinsseite: Alle Infos zum FC Bayern)

Die Zuschauer werden am ausverkauften Finaltag zudem auf Senkrechtstarter Thomas Müller gespannt sein, der gegen Milan zwei Tore schoss (zum Spielbericht).

Pranjic: "Gute Organisation" gefragt

Welch schwierige Aufgabe die Münchner erwartet, kann Neuzugang Daniel Pranjic gut einschätzen. "Manchester hat eine sehr gute Mannschaft", sagte er gegenüber Sport1.de(Pranjic im Sport1.de-Interview) .

"Es wird bestimmt schwerer als gegen Milan. Wir werden unser Bestes geben und wollen mit einer guten Organisation spielen."

Milan kämpft um Platz drei

Zuvor gibt es in der Allianz Arena das Spiel um Platz drei (ab 18.30 Uhr LIVESCORES) zu sehen. Für Milan geht es nach der Klatsche gegen Bayern zuallerst darum, gegen Boca Juniors nicht erneut unterzugehen.

"Che tonfo col Bayern" ("Was für ein Einsturz gegen Bayern") titelte der "Corriere dello Sport" nach Milans Pleite. Selbst Ronaldinho, der zuletzt etwas besser in Form schien, machte keinen Stich. Wiedergutmachung ist für die Rossoneri angesagt.

Auf die Reisestrapazen - Milan absolvierte zuvor Testspiele in Amerika - können sich die Italiener nicht berufen.

Die Argentinier von Boca Juniors mussten noch mehr Kilometer zurücklegen.

Bocas Coach Alfio Basile verlangt selbstverständlich einen professionellen Auftritt seiner Elf. "Wir sind mitten in der Vorbereitung und hatten eine lange Anreise. Aber das darf keine Ausrede sein."

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