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Geschäftsführer Jochen Rotthaus (l.) mit Trainer Ralf Rangnick © getty

Ein Provinzklub an der Tabellenspitze: 1899 Hoffenheim sorgt derzeit gewaltig für Furore. Sport1 beleuchtet das Phänomen. Teil II.

Von Andreas Messmer

Ähnlich der Philosophie, die Jürgen Klinsmann mit dem FC Bayern verfolgt, soll jeder einzelne Profi ständig besser gemacht werden. Der Trainerstab der dafür sorgen soll, umfasst insgesamt sieben Mitglieder - inklusive Sportpsychologe und Athletiktrainer.

Die Spieler sollen an ihren Aufgaben wachsen - unter paradiesischen Voraussetzungen.

Die dafür nötigen professionellen Strukturen, die in anderen Vereinen erst über Jahre gewachsen sind, wurden in Hoffenheim in kürzester Zeit geschaffen.

Vom Jugendbereich über die Geschäftsleitung bis hin zu Marketing und Vertrieb wurden Fachleute installiert, die vom Erfolg des ambitionierten Vorhabens überzeugt sind.

So stehen Experten wie der ehemalige Hockey-Coach Bernhard Peters als Direktor für Sport und Jugendförderung in der Verantwortung und Jochen Rotthaus, der vorher beim VfB Stuttgart in der gleichen Position tätig war, als Geschäftsführer.

Rosige Perspektiven

Wenn im Januar 2009 die rund 30.000 Zuschauer fassende Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim fertig sein wird, bekommt der aufstrebende Klub auch eine adäquate Heimstätte.

Übergangsweise werden die Heimspiele im Carl-Benz-Stadion in Mannheim ausgetragen. Der Zuschauerzuspruch ist enorm. 14.000 Dauerkarten hat der Klub abgesetzt.

Hopps Strategie scheint also aufzugehen und auch die investierten Millionen sollen mittelfristig nicht ohne Gegenwert bleiben.

Bald schwarze Zahlen

Der Mäzen erwartet, dass der Verein in kurzer Zeit finanziell unabhängig ist: "Im zweiten Jahr hoffe ich auf einen positiven Cashflow", erklärte er, "so dass Sach- und Personalkosten duch Einnahmen gedeckt sind."

Auch die Gefahr, dass das Projekt irgendwann mit Hopp sterben könnte, besteht laut Rangnick nicht.

"Dietmar Hopp hat die Zukunft des Vereins testamentarisch geregelt", erklärte der Coach: "Seine Söhne werden es in seinem Sinne fortsetzen."

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