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Hanno Balitsch (l.) markiert seinen zweiten Saisontreffer für Hannover © getty

96 beendet seine Auswärtsmisere und macht mit einem Sieg einen großen Schritt Richtung Klassenerhalt. Bochum muss weiter zittern.

Hannover 96 hat seine schwarze Auswärtsserie beendet und den VfL Bochum in höchste Abstiegsnot gebracht.

Während die Niedersachsen mit dem 2:0 (2:0)-Erfolg und dem ersten Auswärtssieg seit 380 Tagen den Klassenerhalt so gut wie perfekt machten, müssen die Westfalen wieder mehr denn je den sechsten Abstieg seit 1993 fürchten.

Nach einer der schlechtesten Saisonleistungen und der vierten Heimniederlage in Folge hat der Tabellenvierzehnte vor den Spielen der Konkurrenz nur drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Zuvor 14-mal auswärts ohne Sieg

"Das waren schon mehr als drei Punkte", erklärte Hannovers Trainer Dieter Hecking. "Denn mit diesem Sieg haben wir wohl den Klassenerhalt klar gemacht."

Die Tore für das Team von Hecking, dass 14 Mal in Folge auswärts nicht gewonnen und zuletzt am 16. April 2008 beim 3:1 in Dortmund drei Punkte verbucht hatte, erzielten vor 26.072 Zuschauern Arnold Bruggink (12.) und Hanno Balitsch (32.).

"Es gibt keinen besseren Zeitpunkt für einen Auswärtssieg als Freitagabend, denn dann lässt der Trainer mindestens zwei freie Tage springen, und das hat super geklappt", scherzte Hannovers nationaltorhüter Robert Enke.

Hoffnung auf Enke-Verbleib bei 96

Durch den Sieg können die Roten auch schon fast für die nächste Bundesliga-Saison planen. Zum einen soll in der kommenden Woche ein neuer Sportdirektor präsentiert werden, zum anderen darf sich Hannover große Hoffnung machen, dass Enke bei 96 bleibt.

"Im Moment sieht alles danach aus, dass der Trainer mit mir planen kann. In den letzten Wochen hat sich nichts getan. Aber ich werde nichts hundertprozentig versprechen", sagte der Keeper, der gegen den VfL eine blitzsaubere Leistung auf höchstem Niveau bot.

Wie ein Absteiger

Die Bochumer präsentierten sich dagegen vor allem in der ersten Halbzeit wie ein Absteiger.

Nach einer Chance von Bochums Mittelfeldspieler Mimoun Azaouagh, der in der vierten Minute freistehend aus 14 Metern verzog, hatte 96 das Spiel fest im Griff. Die Niedersachsen nutzten die Ungenauigkeiten des VfL konsequent zum Sieg aus.

"Die Situation ist sehr prekär", gab Philipp Bönig zu verstehen. "Das war ein eminent wichtiges Spiel, das wir nicht gewonnen haben. Deshalb ist es wieder sehr eng. Aber wir kommen da raus."

Zwei Kopfballtore der Roten

In der zwölften Minute konnte Jacek Krzynowek nach einem Abspielfehler von Athar Yahia unbedrängt flanken, in der Mitte war Bruggink per Kopf freihstehend zur Stelle.

Nach der Führung der Gäste verlor der VfL jegliches Selbstvertrauen und war mit dem 0:2 durch Balitsch nach einer Ecke von Bruggink vor der Pause noch gut bedient. Torwart Daniel Fernandes bewahrte die Bochumer mit einer tollen Parade nach einem Schuss von Jiri Stajner (38.) vor dem 0:3.

Bärenstarker Enke

Nach der Pause verstärkten die Bochumer zwar den Druck, blieben aber glücklos oder fanden in Enke ihren Meister.

Enke war zunächst gegen Dennis Grote (52.) und Vahid Hashemian (64.) zur Stelle, hatte danach aber auch Glück. In der 69. Minute traf der eingewechselte Hashemian mit einem Flachschuss nur den Innenpfosten.

"In der zweiten Halbzeit haben wir noch mal alles versucht, doch Robert Enke hat alle unsere Chancen gefangen", sagte Enke Ex-Kollege Hashemian. "Er ist der beste Torwart in Deutschland."

Azaouagh scheitert mehrmals am Keeper

Auch in der phasenweise hitzigen Schlussphase waren die Bochumer zwar bemüht, aber bei ihren Angriffen viel zu ungenau.

Dennoch kam Azaouagh nochmals zu einer guten Möglichkeit, scheiterte aber am herausragenden Enke. Hannover tat im zweiten Durchgang nur das Nötigste, um den Vorsprung zu halten.

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