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Felix Magath gewann mit dem FC Bayern zweimal das Double © getty

Ein Wolfsburger Aufsichtsrat kündigt ein Statement zu den Wechsel-Spekulationen an. Auch Magaths Verweigerungshaltung bröckelt.

Von Matthias Becker und Christian Paschwitz

München - In das Verwirrspiel um die Zukunft von Felix Magath könnte nun doch früher als Gedacht Klarheit kommen.

Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" plane der VfL Wolfsburg ein deutliches "Statement" bezüglich der Gerüchte um seinen Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer.

Stephan Grühsem, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzener der "Wölfe" deutete demnach an, der VfL sei "nicht unvorbereitet.

Magath: "Alles offen"

Diese Aussage macht einen Verbleib Magaths, der sich mit Ligakonkurrent Schalke 04 bereits über ein Engagement zur kiommenden Saison einig sein soll, nicht wahrscheinlicher.

Zudem Magath seine kategorische Verweigerungshaltung peu a peu bröckeln lässt und frühere Aussagen in ganz anderem Licht erscheinen.

Unmittelbar nach Abpfiff der Partie gegen Hoffenheim (4:0, zum Artikel: Dzeko-Hattrick bringt "Wölfe" dem Titel immer näher) erklärte der 55-Jährige bei "Premiere" nun auf die Frage, wo in der kommenden Saison seine Zukunft liege: "Alles offen."

Und auch auf Nachfrage ("Also auch, dass Sie Wolfsburg dann verlassen?") wiederholte Magath: "Alles ist offen."

"Spiegel": Im Sommer auf Sylt

Bemerkenswert und was die Irritationen dadurch nicht kleiner macht: In einem "Spiegel"-Interview (Montag-Ausgabe) gibt der Fußballehrer wiederum zu verstehen, beim Tabellenführer die kommenden Spielzeit zu planen.

"Ich hatte erst letzten Mittwoch einen Termin, der die nächste Saison betrifft", so Magath (Porträt). Auf die Nachfrage, ob es sich um die nächste Spielzeit der "Wölfe" handele, sagte er "Ja, ich plane auch die Sommervorbereitung. Wir gehen nach Sylt."

Darüber hinaus erklärte der Ex-Nationalspieler, keine Klausel zu besitzen, die ihn vorzeitig aus dem noch bis zum 30. Juni 2010 geltenden Vertrag bei den Niedersachsen aussteigen lässt. (zur Vereinsseite)

Option nicht gezogen?

Das allerdings hatte die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" berichtet: Demnach könne der Trainer, Manager und Geschäftsführer des VfL im Sommer ablösefrei nach Schalke wechseln, weil er eine einseitige Option zur Vertragsverlängerung zweimal habe verstreichen lassen, hieß es.

Zu bereits stattgefundenen Verhandlungen mit Wolfsburg über eine Vertragsverlängerung zitiert der "Spiegel" Magath: "Wir sind ohne eine Entscheidung auseinandergegangen. Das heißt, wir werden uns wieder treffen, haben aber keinen festen Zeitpunkt vereinbart."

Dass die Gerüchte über seinen angeblichen Wechsel zu den Königsblauen Verunsicherung bei seinem derzeitigen Arbeitgeber verursachen könnten, sieht Magath übrigens nicht.

Geldhahn zu? ""Völliger Unsinn"

Vielmehr glaubt er sogar, einen Vorteil erkannt zu haben: "Vielleicht ist es bisschen Unruhe gar nicht so verkehrt. Zuletzt wurde bei uns immer nur über die Spieler gesprochen, das hat die Mannschaft eher belastet. Seit diesen Meldungen ist sie aus dem Fokus raus."

Der Erfolgscoach dementiert zudem Spekulationen, der VW-Konzern werde im Profi-Fußballbereich den Geldhahn aufgrund der Wirtschaftskrise zudrehen: "Völliger Unsinn. Es gebe auch zukünftig Investitionen des Autobauers, "aber mit Augenmaß. In einer Tabelle der Mannschaftsetats stünden wir auf Platz sechs bis acht."

Doch so oder so verdichten sich die Anzeichen, dass Magath in der kommenden Saison in Schalke das Zepter in der Hand haben wird.

Wilde Spekulationen über Nachfolger

Die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" berichtet, der Wolfsburger Aufsichtsrat wisse seit kurzem über Magaths pozenziellen Abgang Bescheid und sei bereits auf der Suche nach möglichen Nachfolgern.

Die sportliche Verantwortung solle demnach künftig wieder auf zwei Personen aufgeteilt werden. Im Gespräch als Trainer seien unter anderem Armin Veh und Mirko Slomka, als Sportdirektor Stefan Effenberg, Oliver Kreuzer und Oliver Kahn.

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