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Mike Büskens (v.) kam 1992 von Fortuna Düsseldorf zum FC Schalke 04 © getty

Die Königsblauen suchen die Gründe für die Pleite gegen Bayer in den eigenen Reihen. Labbadia spricht von einer "notwendigen Antwort".

Gelsenkirchen - Nach einem rabenschwarzen Samstag waren sich bei Schalke 04 alle einig: Felix Magath trifft keine Schuld.

Das 1:2 (0:2) gegen Bayer Leverkusen (Spielbericht) beendete zwar die traumhafte Serie von Interimstrainer Mike Büskens und machte den Königsblauen wohl endgültig einen Strich durch die Europacup-Rechnung. (DATENCENTER: Ergebnisse)

Die Unruhe, die durch die Wechselgerüchte um den Wolfsburger Star-Trainer entstanden ist, ließ aber niemand als Entschuldigung gelten.

"Die Spekulationen über einen neuen Trainer, egal wie er heißen mag, beschäftigen natürlich. Sie aber als Alibi für diese Niederlage zu nehmen, wäre zu einfach", sagte Büskens, der im insgesamt elften Spiel als Schalker Trainer erstmals eine Niederlage hinnehmen musste.

Büskens ratlos

"Wir haben es der Bayer-Mannschaft einfach gestattet, ihre technischen Qualitäten auszuspielen - keine Ahnung, warum", sagte der 41-Jährige.

Nationalspieler Heiko Westermann (Spielerportrait) sah in einer "komplett verpennten ersten Halbzeit" den Hauptgrund für die erste Niederlage nach vier Siegen in Folge ohne Gegentor in Büskens' zweiter Amtszeit.

Auf die allgegenwärtige Frage reagiert Westermann mittlerweile kurz angebunden: "Es nervt, dass jeder fragt, wer in der nächsten Saison Trainer wird."

Nichts Neues von Peters

Schalkes Geschäftsführer Peter Peters hatte mal wieder nichts Neues zu berichten und wiederholte nur immer wieder altbekannte Sätze: "Wir werden unsere Entscheidung treffen und nach der Saison bekannt geben. Wir haben die Diskussion nicht verursacht und werden dazu weiter keine Stellungnahme abgeben."

Büskens war derweil sichtlich angefressen, blieb aber auch nach seiner ersten Niederlage souverän, sachlich und schlagfertig.

Und obwohl Schalke zu allem Überfluss in der Tabelle auch noch hinter den Erzrivalen Borussia Dortmund zurückfiel, wollte der "Eurofighter" das Rennen um die internationalen Startplätze noch nicht aufgeben.

Büskens: "Ich hake nichts ab"

"Ich hake gar nichts ab. Wir haben noch vier Spiele und wollen noch so viele Punkte wie möglich holen. Wozu das dann reicht, werden wir am Ende sehen", sagte Büskens, der auch noch nicht weiß, wer seinen Platz auf der Trainerbank einnehmen wird.

"Ich denke, es wird eine große Lösung geben", sagte er, ohne Magath namentlich zu erwähnen.

Er habe damit gerechnet, irgendwann mal als Verlierer vom Platz zu gehen.

Pander wütend

Das "Wie" gefiel Büskens allerdings gar nicht. In der ersten Halbzeit waren die Gäste Schalke in allen Belangen überlegen.

Die sehenswerten Tore von Patrick Helmes (9., per Hacke) und Renato Augusto (26., nach einem Solo) fielen beide über die linke Schalker Abwehrseite, auf der Christian Pander hoffnungslos überfordert war.

Büskens nahm den Nationalspieler noch vor der Pause (40.) vom Feld, woraufhin Pander wutentbrannt sein Trikot auf den Boden warf und grußlos in der Kabine verschwand. 100556(Die Bilder des Spieltags)

Adler der Matchwinner

Auch auf diese Aktion reagierte Büskens cool. Den Trikotwurf habe er nicht gesehen, den Grund für die Auswechslung werde er Pander nennen und sonst niemandem: "Als ich Spieler war, hat mich Aleks Ristic mal nach einer halben Stunde runtergenommen - ich habe es überlebt."

Ohne Pander lief es prompt besser, doch Schalke kam durch Kevin Kuranyi (87.) nur noch zum Anschlusstreffer.

Bayers Matchwinner war Torwart Rene Adler, der nach der Pause überragend hielt und ein halbes Dutzend Chancen in Klassemanier entschärfte.

Labbadia mit der Antwort zufrieden

"Wir wollten nach dem 0:1 gegen Karlsruhe aufstehen und zurückkommen. Das ist uns gelungen", sagte Adler.

Trainer Bruno Labbadia bezeichnete den Sieg vier Wochen vor dem DFB-Pokalfinale gegen Werder Bremen als "notwendige, erwartete und sehr wichtige Antwort auf die letzten Wochen".

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