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Mario Gomez erzielte zwölf seiner 19 Saisontore in der Rückrunde © getty

Stuttgart lässt wertvolle Punkte im Titelkampf liegen, auch weil Mario Gomez in Bielefeld den Ball einfach nicht ins Tor bekommt.

Von Jessica Pulter

München - Mario Gomez schlug wütend mit der Faust auf den Rasen der SchücoArena.

Der Stürmer des VfB Stuttgart konnte es nicht fassen: Fünf Mal schoss er in den letzten drei Partien aufs Tor, fünf Mal war der Ball auch drin.

Doch bei Arminia Bielefeld wollte das Spielgerät für ihn einfach nicht über die Linie. Da half auch alles Bitten und Flehen an den Fußball-Gott nichts.

Der VfB schaffte in den entscheidenden Schlussminuten nicht den dritten Treffer gegen die Ostwestfalen und vergab mit dem 2:2 (2:1)-Unentschieden wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft.

Fünf Punkte Rückstand

"Sicherlich haben wir zwei Punkte zu wenig geholt, doch es ist schwer, in Bielefeld zu gewinnen", erklärte Kapitän Thomas Hitzlsperger, der die zwischenzeitliche 2:1-Führung der Stuttgarter besorgte.

Der VfB hat jetzt fünf Punkte Rückstand auf den VfL Wolfsburg.

"Jetzt müssen wir nächste Woche gegen Wolfsburg drei Punkte holen, wenn wir da oben stehenbleiben wollen", so Hitzlsperger weiter.

Frühe Führung für den VfB

Doch gegen die Arminia, die nunmehr seit acht Spielen zuhause nicht mehr gewonnen hat, war die Ausgangslage wohl einfacher als nächste Woche gegen den VfL.

So traf Matthieu Delpierre nach vier Minuten zur VfB-Führung, und auch Gomez hatte bereits eine dicke Chance in der ersten Halbzeit, als er das lange leere Eck aus nur sieben Metern knapp verpasste.

Hitzlsperger hatte bei seinem Treffer (35.) mehr Glück, denn Bielefelds Thorben Marx fälschte den Ball unhaltbar für Keeper Dennis Eilhoff ab.

Lücken in der Abwehr

Stuttgarts Probleme lagen aber nicht in der Offensive, auch wenn Gomez nicht traf, vielmehr die Arbeit nach hinten wies gegen die Ostwestfalen große Lücken auf.

Teamchef Markus Babbel hatte zwar vor dem Spiel von seinen Spielern verlangt, keine unnötigen Fouls zu begehen, denn gleich fünf Spieler aus der Startelf waren mit vier Gelben Karten vorbelastet.

Platz für Bielefelder Kombinationsfußball hatte der Coach aber wohl nicht im Sinn.

Bei Christopher Katongos Ausgleich zum 1:1 (30.) ließ Christian Träsch den Stürmer völlig allein, beim Foulelfmeter, den Vlad Munteanu (68.) verwandelte, war es Hitzlsperger, der Marx im Strafraum ein Bein stellte.

Stuttgart unter Druck

Die Schwaben haben sich mit dem Remis nach zuletzt fünf Siegen in Folge keinen Gefallen getan, denn wenn es doch noch mit der Meisterschaft klappen soll, muss gegen Wolfsburg am Samstag unbedingt ein Dreier her.

"Es ist noch ein langer Weg, wir können weiterhin Großartiges leisten", orakelte dennoch Teammanager Horst Heldt.

Torflaute beendet

Dabei können die Stuttgarter sich glücklich schätzen, überhaupt einen Punkt aus Bielefeld mitgenommen zu haben.

Denn in dem packenden und spannenden Spiel hatten auch die Arminen Chancen zum Sieg, und sie beendeten zumindest die Flaute von 396 Minuten auf der Bielefelder Alm ohne eigenen Treffer.

"Wir nehmen den Punkt dankend an und mit, denn die letzten beiden Heimspiele gegen Hoffenheim und Hannover werden auch nicht leicht", meinte DSC-Trainer Michael Frontzeck und lobte die Moral seiner Mannschaft, die sich zwei Mal zurückgekämpft hatte: "Unser Auftrag muss jetzt sein, mit dieser Leistung drin zu bleiben."

Bielefelder Remiskönige

Aber das 14. Remis der Saison bringt auch die Ostwestfalen, die erneut auf Torjäger Artur Wichniarek verzichten mussten, im Kampf gegen den Abstieg nicht viel weiter. Da Karlsruhe und Cottbus sich die Punkte teilten, verweilen die Bielefelder weiter auf dem Relegationsplatz.

Den Mut müssen die Arminen trotzdem nicht verlieren. Auswärts verloren sie von den letzten vier Partien nur eine. Und der kommende Gegner wartet seit November auf einen Heimsieg.

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