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Sind sich freundschaftlich verbunden: Hoffenheims Dietmar Hopp (r.) und Jürgen Klinsmann © imago

Rangnick stellt seinen Verbleib in Frage - falls nicht Verstärkungen geholt werden. Der Klub-Mäzen ist sauer. Kommt gar Klinsmann als Trainer?

Hoffenheim - Hinter den Kulissen wird bereits der gerade erst beim FC Bayern entlassene Jürgen Klinsmann als neuer Übungsleister gehandelt:

Zwölf Spiele in Folge sieglos, Absturz vom ersten auf den neunten Tabellenplatz und nun auch noch eine selbst entfachte Trainerdiskussion - Herbstmeister 1899 Hoffenheim ist vier Spieltage vor Saisonende nur noch ein Schatten des Überraschungsteams aus der Hinrunde. (zur Vereinsseite)

Nachdem sich in der Mannschaft im Verlaufe der 0:4 (0:0)-Pleite beim VfL Wolfsburg Auflösungserscheinungen bemerkbar machten, scheint bei Trainer Ralf Rangnick allmählich Amtsmüdigkeit einzusetzen.

"Mit Mittelmaß kann ich mich nicht identifizieren. Ich bin nicht bereit, weitere Rückschritte in Kauf zu nehmen", sagte der 50-Jährige der "Bild am Sonntag" nach der höchsten Saisonniederlage des Aufsteigers. (zum Spielbericht)

Fehlt Rangnick die Perspektive?

Der Fußball-Lehrer (Porträt) stellte damit erstmals seinen Verbleib bei den Kraichgauern in Frage.

Rangnicks Vertrag läuft zwar noch bis 2011, doch zufrieden scheint der Coach mit der derzeitigen Perspektive nicht: "Meine Vorgabe war, dass ich Hoffenheim in die Bundesliga führen sollte. Mir wurde gesagt: Dann geht es richtig los."

So fordert Rangnick unter anderem personelle Verstärkungen: "Wir müssen uns auf sechs, sieben Positionen verstärken." Von seinem Team erwartet er zudem ein Aufbäumen in der Endphase der Saison: "Wir müssen den Hebel umlegen und die letzten vier Spiele noch mit Anstand hinter uns bringen."

Hopp verärgert

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp reagierte verärgert auf Rangnicks indirekte Drohung. "Ich lasse mich nicht erpressen. Es ist der falsche Zeitpunkt, wenn der Trainer nach solch einer Vorstellung sein Bleiben in Frage stellt", sagte der 69-Jährige, der Rangnick keinen Blankoscheck zur personellen Aufrüstung ausstellen will.

Und weiter: "Der Etat muss in erster Linie wirtschaftlich ausgewogen und sinnvoll sein. Wir haben uns diesbezüglich aber noch nicht final unterhalten." Angeblich sollen weniger als zehn Millionen Euro für Neuverpflichtungen zur Verfügung stehen.

Rangnick bestritt allerdings, sich bereits konkret mit Wechselgedanken getragen zu haben. Derzeit konzentriere er sich ausschließlich auf Hoffenheim: "Ich befasse mich mit nichts anderem, so lange ich das Gefühl habe, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Ob ich das Gefühl habe, wird man in den nächsten sechs, sieben Wochen sehen."

Schon Gerüchte um Klinsmann

Hopp stößt das Vorpreschen seines Übungsleiters übel auf: "Wir sind die schlechteste Rückrundenmannschaft. Wenn es so weitergeht, steigen wir nächste Saison ab. Da können wir doch nicht von einem internationalen Wettbewerb reden", warnte der 69-Jährige.

Rangnick hat die Hoffenheimer zwar aus der Regionalliga bis an die Spitze der Bundesliga geführt und sein Vertrag läuft bis 2011 - doch der Coach meinte unverblümt: "Wir kommen jetzt in Bereiche, wo Gefühle nicht mehr ausschlaggebend sind."

Pikant: Im Umfeld des Klubs wird bereits Ex-Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann, der mit Hopp freundschaftlich verbunden ist, als möglicher Nachfolger Rangnicks gehandelt.

Absage von Aachens Holtby

Derweil scheint eine erste Personalie bereits vom Tisch zu sein. Offensivtalent Lewis Holtby von Zweitligist Alemannia Aachen, um den sich die Hoffenheimer bemüht hatten, soll dem Klub bereits abgesagt haben.

"Er hat mir gesagt, dass er nach Hoffenheim kommt, wenn die Modalitäten stimmen", berichtete Rangnick: "Wenn wir diesen Spieler nicht bekommen, hat das die Aussagekraft, dass wir nicht die Möglichkeit haben, solche Spieler zu holen."

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