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Louis van Gaal wurde in der laufenden Saison mit AZ Alkmaar niederländischer Meister © imago

Der Bayern-Vorstand soll sich schon auf den Niederländer als neuen Trainer festgelegt haben. Uli Hoeneß dementiert aber.

München - Eine Woche nach der Entlassung von Jürgen Klinsmann zeichnet sich beim deutschen Meister Bayern München die erhoffte große Lösung für die kommende Saison ab, die Verantwortlichen wollen von einer bevorstehenden Verpflichtung von Erfolgscoach Louis van Gaal aber noch nichts wissen.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte vermeldet, dass der niederländische Star-Trainer vor einem Wechsel an die Isar stehe. 93065(Wer wird Bayern-Trainer? Die Bilder der Kandidaten)

Allerdings dementierte Manager Uli Hoeneß wenig später entschieden: "Das ist eine Ente", erklärte er.

Hoeneß hielt fest: "Es gibt keine Entscheidung in der Trainerfrage. Van Gaal ist einer der Kandidaten - aber noch einmal: Es gibt keine Entscheidung, keine Unterschrift und keinen Vertrag."

Ausstiegsklausel in Alkmaar

Die "SZ" hatte berichtet, dass der Bayern-Vorstand bereits den Beschluss gefasst habe, van Gaal zu holen.

Der Meistertrainer des AZ Alkmaar besitzt bei den Niederländern eine Ausstiegsklausel in seinem bis 2010 laufenden Vertrag. "Wie es aussieht, kommt er da raus, wir müssen keine Ablöse zahlen", wird Hoeneß zitiert.

Eine Verpflichtung von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, den Präsident Franz Beckenbauer ins Spiel gebracht hatte, bezeichnete Hoeneß dagegen als "eher weniger wahrscheinlich".

Beckenbauer lobt van Gaal

Nach dem 2:1 am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach hatte Hoeneß noch einen Kommentar zu den genannten Namen abgelehnt: "Am 31. Mai gehen die Spieler in den Urlaub, bis dahin werden wir einen Trainer präsentieren, damit sie wissen, woran sie sind." Offenbar geht es nun sogar schon schneller.

Der 57 Jahre alte van Gaal, der Alkmaar in dieser Saison zum Titel führte, gilt gleichwohl als aussichtsreichster Kandidat. Für Beckenbauer ist der frühere Bonds-Coach der Niederlande auf jeden Fall ein "guter Trainer. Das hat er schon öfter bewiesen."

Van Gaal steht offensichtlich bereit für einen Wechsel. "Bayern hat sich früher ein paar Mal gemeldet, da habe ich nein gesagt. Jetzt würde ich ja sagen", sagte er.

Anforderungsprofil wird konkretisiert

Ein wichtiges Kriterium für den neuen Trainer nannte Hoeneß in der "Bild" schon einmal. Er müsse deutsch sprechen, denn es sei "ein riesiges Handicap, wenn der Trainer hier immer mit einem Dolmetscher arbeiten muss".

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sagte in der "Welt am Sonntag" zum Anforderungsprofil, "dass der Mann, den wir jetzt suchen, ein Trainer mit Erfahrung, mit Persönlichkeit ist, der die Mannschaft entwickeln kann."

Laut Beckenbauer müsse der Nachfolger des entlassenen Jürgen Klinsmann und von Kurzzeittrainer Jupp Heynckes jedoch "alles können, um in diesem Verein zurechtzukommen. Er muss Glück haben, er muss Erfolg haben und das Wichtigste: Er muss die Spiele gewinnen. Ganz einfach."

Nerlinger wohl Hoeneß-Nachfolger

Eine indirekte Bestätigung gab es von Hoeneß dagegen bereits bei seiner eigenen Nachfolgeregelung. Dass der jetzige Teammanager Christian Nerlinger "als einziger Nicht-Vorständler beim letzten Treffen mit Jürgen Klinsmann dabei war, hat ja eine Bedeutung", sagte Hoeneß.

Nerlinger wird voraussichtlich für den sportlichen Bereich die Verantwortung von Hoeneß, der am Jahresende aus dem Vorstand ausscheiden wird, übernehmen. Für die wirtschaftlichen Aufgaben wird noch ein Kandidat gesucht. Laut "SZ" ist Stephan Grühsem aus dem Aufsichtsrat des VfL Wolfsburg im Gespräch.

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