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Seit 2006 gemeinsam bei Hoffenheim: Ralf Rangnick (l.) und Jan Schindelmeiser © getty

Rangnick wehrt sich gegen Hopps Erpressungsvorwurf und bekräftigt die indirekte Rücktrittsdrohung. Der Manager will schlichten.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist Feuer ausgebrochen unterm Hoffenheimer Dach - und der Herbstmeister ist bemüht, es schnell wieder zu löschen.

Bislang aber ist es allenfalls gelungen, den Brand unter Kontrolle zu halten, das Ausmaß der Folgeschäden ist nicht absehbar.

Trainer Ralf Rangnick stellt seine Zukunft in Frage, Klubmäzen Dietmar Hopp fühlt sich "erpresst" (Hopp: Lasse mich nicht erpressen) - das sportlich abgestürzte Überraschungsteam der Hinrunde (zur Vereinsseite) steht vor der Zerreißprobe.

Krisenmanager Schindelmeiser

Manager Jan Schindelmeiser hat das Krisenmanagement schon eingeleitet, mit Hopp wie Rangnick telefoniert um die Wogen zu glätten.

Er sei "fest überzeugt", dass der Konflikt "in den nächsten Tagen unaufgeregt aussteuern" werde, teilte Schindelmeiser der "Süddeutschen Zeitung" mit.

Rangnick ruderte dann auch zurück. "Ich bin mit Leib und Seele Trainer in Hoffenheim und habe auch vor, dies zu bleiben", sagte er dem "Mannheimer Morgen".

Ein direktes Gespräch mit Hopp steht allerdings noch aus. Und so gehen die Spekulationen weiter, dass Jürgen Klinsmann womöglich Rangnicks Erbe antreten könnte, würden sich die Wege trennen.

Rangnick: "Ich erpresse niemanden"

In der "Bild" wehrt Rangnick sich gegen Hopps Erpressungsvorwurf: "Ich erpresse niemanden, das ist auch keine Drohung oder Forderung. Das ist allenfalls ein Weckruf."

In der Sache bleibt Rangnick aber hart: "Ich wäre nicht gekommen, wenn nicht realistisch gewesen wäre, dass wir nach einem Aufstieg die internationalen Plätze angreifen."

Man habe in Hoffenheim einen Punkt erreicht, "wo wir abgleichen müssen, ob unsere Vorstellungen noch deckungsgleich sind".

Rangnick erklärt zu seiner Zukunft: "Ich werde fighten, will das Projekt durchziehen. Es kann aber keiner glauben, dass ich bedingungslos bleibe."

"Deckungsgleiche" Grundüberzeugungen

Dabei beteuert Schindelmeister, dass er, Rangnick und Hopp "deckungsgleich in allen Grundüberzeugungen" wären.

Und auch im Konflikt, wie viel man zur kommenden Saison in den Kader investieren will, sei man gar nicht so weit auseinander.

Auf die von Rangnick geforderten sechs bis sieben Verstärkungen könne man mit dem vorgesehen Budget durchaus kommen.

Und auch wenn "über den geplanten Etat hinaus noch Perspektivspieler" greifbar wären, würde das an den finanziellen Mitteln "nicht scheitern".

Auch Schindelmeiser will "nächsten Schritt"

Schindelmeiser will sich allerdings eben nicht festlegen, im Sommer "20 oder 30 Millionen" hinauszuhauen.

Er wolle genau wie der Trainer "in der Entwicklung den nächsten Schritt machen".

"Gefährlich" wäre nur, sich gleich "mit Bayern und dem HSV zu messen, die im Etat jenseits von 100 Millionen liegen".

Hopp legt sich Zurückhaltung auf

Hopp indes legt sich für den Moment Zurückhaltung auf: "Bevor ich noch etwas sage, will ich erst mit Herrn Rangnick reden."

Doch auch wenn das Gespräch mit einem Friedensschluss endet: Die Harmonie in Hoffenheim ist durch die Art und Weise, wie der Ärger eskaliert ist, empfindlich gestört.

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