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Bayern, Hertha, Wolfsburg, Stuttgart oder Hamburg: Wer macht das Rennen? © getty

Nur fünf Zähler trennen die ersten fünf Klubs in der Bundesliga-Tabelle. Sport1.de ahnt, welches Spiel die Entscheidung bringt.

Von Jessica Pulter

München - Gestrauchelt sind die Meisterschaftsanwärter der Bundesliga in den letzten Wochen allesamt.

Wolfsburg verlor in Cottbus, der FC Bayern gegen Schalke und am vergangenen Spieltag ließen Hamburg, Hertha und Stuttgart durch ihre Unentschieden Punkte liegen.

Fast alle sprechen von dem Wunsch, den Titel zu holen, doch ihr Handeln auf dem Platz wirkt oft zaudernd.

Dortmund plötzlich oben dran

Und wenn fünf sich streiten, freut sich vielleicht der Sechste.

Denn Dortmund kommt nach sechs Siegen in Folge mit Riesenschritten näher und hat mindestens noch reelle Chancen auf die Champions-League-Qualifikation.(Ergebnisse und Tabelle)

Ablenkung für Wolfsburg förderlich

Wolfsburg hat ein schweres Restprogramm: Auswärts in Stuttgart, auswärts bei den heimstarken Hannoveranern und dann noch gegen die Dortmunder, die mit ihrem Lauf die Tabelle von hinten aufrollen.

Dazu der Wirbel um den Wechsel von Trainer Felix Magath zu Schalke 04.

Doch der Coach meint, dass gerade dies auch förderlich für die Meisterschaftambitionen seines Teams sein könnte: "Das Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen, ist zu groß, als dass sich die Mannschaft nun von meinem Wechsel ablenken lässt."

Bayerns Töne werden leiser

Einen Wolfsburger Meistertitel will der FC Bayern natürlich verhindern. Doch eines ist klar, einen weiteren Ausrutscher wie gegen Schalke dürfen sich die Münchner nicht mehr leisten.

Momentan beträgt der Rückstand auf Platz eins drei Punkte und sieben Treffer in der Tordifferenz. Bayern muss also nicht nur versuchen, jedes Spiel zu gewinnen, sondern auch sein Torekonto aufzubessern.

Und weil man den Titelgewinn nicht mehr in der eigenen Hand hat, werden auch die Töne aus München leiser.

Vor drei Wochen in Bielefeld war sich Philipp Lahm gegenüber Sport1.de noch sicher, dass man den Titel an die Säbener Straße holt, diese Woche meinte er: "Unser Ziel bleibt die direkte Qualifikation für die Champions League."

Doch sollten Wolfsburg und Bayern weiterhin mal "kalte Füße" im Titelrennen zeigen, vielleicht macht eine andere Mannschaft das Rennen.

Sport1.de gibt einen Überblick über die Restprogramme der Titelkandidaten und wagt eine Prognose:

1. VfL Wolfsburg: 60 Punkte, 66:36 Tore

Restprogramm:

Stuttgart (A), Dortmund (H), Hannover (A), Bremen (H)

(Schafft Wolfsburg die Sensation? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Die Wolfsburger haben den Titelgewinn vollkommen in eigener Hand.

Die Torjäger Edin Dzeko und Grafite können jederzeit ein Spiel im Alleingang entscheiden, allerdings müssen sie das auf jeden Fall am Samstag gegen Stuttgart (ab 15 Uhr LIVE) unter Beweis stellen.

Gewinnt Magath mit den "Wölfen" bei seinem Ex-Klub, dann geht der Titel in die Autostadt.

2. FC Bayern München: 57 Punkte, 61:38 Tore

Restprogramm:

Cottbus (A), Leverkusen (H), Hoffenheim (A), Stuttgart (H)

(Wie spielen die Bayern? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Gegen Mönchengladbach hat der FC Bayern am vergangenen Samstag zwar nicht glanzvoll gespielt, aber effektiv (2:1). Und so werden die Münchner auch die Saison zuende bringen.

Der FCB wird das Maximale aus den letzten vier Partien holen, um so die Wolfsburger immer wieder aufs Neue unter Druck zu setzen.

Das Minimalziel Platz zwei wäre somit sicher, ob mehr herausspringt, habend ie Münchner nicht in eigener Hand.

3. Hertha BSC: 56 Punkte, 44:36 Tore

Restprogramm:

Bochum (H), Köln (A), Schalke (H), Karlsruhe (A)

(Wie spielt Hertha? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Vorentscheidenden Charakter im Titelkampf hatte Herthas Schwächephase zwischen dem 25. und 27. Spieltag, als die Berliner drei Niederlagen in Folge kassierten.

Dazu noch die überflüssige Rote Karte von Andrej Voronin, die er sich in Hannover holte.

Auch wenn Arne Friedrich für den Saisonendspurt zurückkommt, Meister wird Hertha nicht mehr. Denn überzeugt haben die Berlinerin den letzten Partien nicht.

4. VfB Stuttgart: 55 Punkte, 54:39 Tore

Restprogramm:

Wolfsburg (H), Schalke (A), Cottbus (H), FC Bayern (A)

(Gelingt Stuttgart das Husarenstück? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Drei Gründe sprechen dafür, dass Stuttgart noch ein Wort um die Meisterschaft mitsprechen wird:

Seit dem 20. Spieltag geht es für den VfB stetig bergan, zudem gab es unter Teamchef Markus Babbel in 16 Bundesligaspielen elf Siege und nur eine Niederlage, und Mario Gomez hat schon zwölf Rückrundentore erzielt. Auch die Vertragsverlängerung von Babbel ist ein deutliches Signal an die Mannschaft.

Für die Schwaben wird das Spiel gegen Wolfsburg entscheidend sein. Sollten sie gewinnen und die Wolfsburger nochmal straucheln, dann könnte es am 34. Spieltag das entscheidende Spiel um die Meisterschaft bei den Bayern geben.

5. Hamburger SV: 55 Punkte, 43:41 Tore

Restprogramm:

Bremen (A), Bochum (H), Köln (H), Frankfurt (A)

(Was macht der HSV im Titelkampf? Der Tabellenrechner)

Prognose:

Mit Minimalisten-Fußball gewinnt man keine Meisterschaft: Mit Mladen Petric, Ivica Olic und Paolo Guerrero haben die Hamburger ein wirklich torgefährliches Trio in ihren Reihen, das mehrmals bewiesen hat, Spiele für den HSV zu entscheiden.

Trotzdem haben die Hanseaten nur zwei Tore mehr geschossen, als sie kassiert haben.

In den wichtigen Momenten, wie im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Bremen, im Bundesligaspiel gegen die Hertha (1:1) oder im UEFA-Cup-Rückspiel gegen Bremen (2:3) zeigte das sonst so souveräne Team von Trainer Martin Jol Nerven.

Mit dem Titel hat der HSV deshalb nichts mehr am Hut.

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