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Marcel Brands (l.) und Louis van Gaal machten AZ zum zweiten Mal zum Meister © imago

AZ-Sportdirektor Marcel Brands bestätigt, dass Louis van Gaal den Klub über Verhandlungen mit Bayern formal informiert hat.

Von Martin van de Flierdt

München - Das "angeblich" kann man streichen.

Bislang musste diese Einschränkung stets in Berichte mit eingebunden werden, die eine Verbindung Bayern Münchens zu Louis van Gaal zum Gegenstand hatten. (Hobby-Poet und Dickkopf: Van Gaal im Porträt)

Da der Trainer von AZ Alkmaar ein korrekter Mann ist, hat er die Verantwortlichen des niederländischen Meisters nun über die Verhandlungen mit den Münchnern (Van Gaal vor der Unterschrift?) ins Bild gesetzt.

"Louis hat uns darüber informiert, dass er mit Bayern in Kontakt steht und uns darüber auf dem Laufenden halten wird", sagte AZ-Sportdirektor Marcel Brands der Zeitung "De Telegraaf".

"Seltsame" Bayern

Brands findet es allerdings schon ein wenig "seltsam", dass die Bayern sich noch nicht mit Alkmaars Kluboberen in Verbindung gesetzt haben.

"Ich nehme an, sie werden sich bei uns melden, sobald sie konkrete Pläne mit van Gaal haben", vermutet Brands.

"Denn wenn jemand einen Trainer aus einem laufenden Kontrakt lösen will, kommt er nicht daran vorbei, mit dessen Arbeitgeber zu sprechen."

Das würden die Münchner wohl bald tun, denn, so Brands, sie seien schließlich "ein sauberer Klub".

Rummenigge mauert noch

Dass van Gaal der Top-Kandidat für die Nachfolge von Jupp Heynckes ist, will Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge unterdessen weder bestätigen noch dementieren.

"Es bringt uns jetzt nichts, wenn wir den einen als Kandidat Nummer eins, den anderen als Nummer zwei bezeichnen", sagte er der "tz".

"Nach den Gesprächen mit den Kandidaten aus unserem relativ kleinen Kreis werden wir uns noch einmal zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, wer am 1. Juli Trainer des FC Bayern wird."

Dass Franz Beckenbauer Namen wie Matthias Sammer als potenzielle Mitbewerber öffentlich in die Runde wirft, stößt Manager Uli Hoeneß übrigens sauer auf.

"Wenn du einen Trainer hast und der lesen muss, dass da noch fünf andere sind, ist das nicht gut", sagte er. "Du musst ihm das Gefühl geben, dass er die Nummer eins ist."

Zuneigung auf beiden Seiten

Dieses Gefühl haben die Münchner ihrem Wunschkandidaten bei einem ersten Treffen in Amsterdam offenbar vermittelt.

Und auch van Gaal hat aus seiner Zuneigung nie einen Hehl gemacht. "Louis wollte schon immer zu Bayern", berichtete Ronald de Boer, der bei Ajax Amsterdam und in Barcelona unter van Gaal spielte.

"Bayern war immer sein Traum", bestätigte auch des Trainers Manager Rob Cohen.

Wenn die Münchner van Gaal wirklich wollten, werde das abschließende Meisterschaftsspiel von AZ am Sonntag gegen den SC Heerenveen dessen "letztes Spiel in Alkmaar sein".

Unbedeutend, ob AZ-Boss Dirk Scheringa sich gegen die Freigabe sträubt oder nicht (Alkmaar-Boss: Keine Freigabe für van Gaal).

Breitner: "Wenn Bayern ruft, denkt jeder Trainer nach"

So sieht es auch Paul Breitner. "Wenn er wirklich von Alkmaar weg möchte, wird er das, trotz Vertrages, auch erreichen. Wenn der FC Bayern ruft, ist jeder Trainer bereit, darüber nachzudenken", sagte der Vorstansberater in "Blickpunkt Sport".

"Er würde dem FC Bayern gut zu Gesicht stehen. Er hat etwas geschafft, was einen großen Trainer auszeichnet. Er hat aus einem mittelmäßigen Team eine Spitzenmannschaft geformt. Das ist ein Kriterium für einen Toptrainer."

Komplimente von Xavi

Xavi, der beste Spieler der EM 2008, glaubt, dass "van Gaal dem FC Bayern perfekt zu Gesicht stehen würde".

"Er kann mit Weltstars umgehen und weiß, wie man große Klubs führt", meinte Barcelonas Mittelfeld-As, das von dem Niederländer in Barcas erste Mannschaft hochgezogen wurde, in der "tz".

"Van Gaals Credo lautet: Alle Spieler sind gleich. Namen interessieren ihn nicht."

Nicht zuletzt deswegen hat er aus viel versprechenden Talenten den berühmten Ajax-Jahrgang geformt, der 1995 die Champions League gewann.

In Barcelona verdankt neben Xavi auch Kapitän Carles Puyol van Gaal den Sprung zu den Profis. "Die Nachwuchsarbeit liegt ihm besonders am Herzen", betont Xavi. "Dafür hat er ein Händchen."

Den Bayern dürfte auch das kaum missfallen.

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