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Werders Diego (r.) und Franck Ribery sind die herausragenden Akteure ihrer Teams © getty

Manchester United bietet eine Rekordsumme für "König Franck", unterdessen verhandelt der FC Bayern mit Diegos Vater in München.

Über den FC Bayern berichtet Daniel Rathjen

München - Der eine steht vor dem Absprung, der andere offenbar als Ersatz parat.

Manchester United hat laut englischen Quellen offiziell 70,5 Millionen Euro Ablöse für Franck Ribery geboten.

Eines ist klar: Bei dieser Summe kann der FC Bayern nur schwach werden.

Manchesters Trainer Alex Ferguson hält sich allerdings zu dem Thema bedenkt. "Das ist nicht wahr", sagte er am Dienstagabend nach dem Champions-League-Finaleinzug zu der Spekulation, dass United an Ribery interessiert sei.

Angesichts der Unruhe, die der abwanderungswillige Franzose seit einiger Zeit intern verbreitet, könnte der Mittelfelddribbler die Freigabe erhalten - wenn der Preis stimmt.

Angeblich soll der von Real Madrid heftig umworbene Weltfußballer Cristiano Ronaldo den englischen Meister zum Saisonende verlassen und Ribery dessen Position einnehmen.

Ribery, der noch bis 2011 beim FC Bayern unter Vertrag steht, wäre damit nach seinem Landsmann Zinedine Zidane der zweitteuerste Transfer in der Geschichte des Weltfußballs. Für Zidane hatte Real 2001 76 Millionen Euro an Juventus Turin überwiesen.

Auch Real und Chelsea interessiert

Der Superstar wird zudem vom FC Chelsea und Real Madrid umworben, während der FC Barcelona offenbar kein Interesse mehr hat.

Gleichzeitig wird eine Zukunft von Diego in München immer wahrscheinlicher.

Denn der brasilianische Spielmacher will Werder Bremen wohl verlassen.

Und laut übereinstimmenden Berichten weilte Diegos Vater Djahir da Cunha am Montag zu ersten Verhandlungen in München.

15 bis 18 Millionen Ablöse

Als Ablösesumme steht ein Betrag zwischen 15 und 18 Millionen im Raum. Trainer-Wunschkandidat Louis van Gaal 101811(Diashow: Mit Bullenpower Richtung Jerusalem) soll bereits seine Zustimmung signalisiert haben.

Eigentlich war sich der 24 Jahre alte Spielmacher bereits mit Juventus Turin einig. Aber Diego würde inzwischen lieber weiter in der Bundesliga spielen.

Dass er zusammen mit Ribery beim FCB glänzen wird, ist allerdings unwahrscheinlich.

Diego oder Ribery

Denn Manager Uli Hoeneß erklärt der "tz": "Ribery und Diego zusammen geht nicht. Ein Diego käme nur dann in Frage, wenn Franck den Verein verlassen würde."

Transfer-Wirbel drei Tage vor Werders Halbfinal-Rückspiel im UEFA-Cup gegen den Hamburger SV.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits 2007 zwischen Werder und Bayern: Damals war es Miroslav Klose, der zwei Tage vor dem Halbfinale gegen Espanyol Barcelona mit Bayern-Manager Hoeneß und Trainer Ottmar Hitzfeld in Hannover verhandelte.

Werder verlor klar mit 0:3, schied aus. Klose spielte schwach und wechselte kurz darauf.

In Bremen nehmen die Verantwortlichen das Werben der Bayern daher ernst. Manager Klaus Allofs hatte bereits angekündigt, er werde den Hörer nicht auflegen, sollte sich der Rekordmeister melden.

Lemke: "Kein Störfeuer"

Auch Aufsichtsratschef Willi Lemke sagt: "Ich glaube nicht, dass das ein Störfeuer aus München ist. Es kann den Bayern doch schnuppe sein, ob wir den UEFA-Cup holen. Wir sind ja im Moment in keinem Wettbewerb Konkurrenten."

Neben Diego bemüht sich der FC Bayern ebenfalls eifrig um Alexander Hleb 93065(DIASHOW: Die Baustellen des FC Bayern).

Der Weißrusse mit einem Vertrag bis 2012 ist unzufrieden beim FC Barcelona, da er hinter Messi, Xavi und Co. nur Dauer-Reservist ist.

Besonders attraktiv macht den 28-Jährigen, dass er vielseitig einsetzbar ist - zentral, auf den Halbpositionen, offensiv und defensiv.

Daher scheint auch ein kreatives Mittelfeld-Duo Hlbe/Diego in München denkbar.

Zerren um Hleb

Doch auch der VfB Stuttgart ist an Hleb interessiert und versucht nun schnell, Nägel mit Köpfen zu machen.

Nach "Bild"-Informationen flog am Montag eine Delegation um Sportdirektor Horst Heldt zu Verhandlungen nach Barcelona.

Hleb spielte bereits von 2000 bis 2005 beim VfB und würde rund zwölf Millionen Euro Ablöse kosten. "Stuttgart ist meine zweite Heimat", hat der Mittelfeldspieler mal gesagt, der in der Nähe auch noch ein Haus besitzt.

Das dürfte dem VfB aber wohl nicht helfen, wenn Bayern Ernst macht.

Benaglio an der Angel

Ebenso wird es voraussichtlich dem VfL Wolfsburg ergehen, denn der Meister ist laut der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung" immer noch an Keeper Diego Benaglio interessiert.

Eine Empfehlung sprach Scout Paul Breitner längst aus: "Den besten Torwart der Bundesliga", nannte er den 25-Jährigen.

Rene Adler von Bayer Leverkusen ist ebenfalls ein Kandidat, während Robert Enke und Sebastien Frey laut Hoeneß aufgrund ihres Alters kein Thema sind.

Der 24-jährige Adler wäre mit 20 Millionen Euro Ablöse aber eigentlich zu teuer.

Obwohl: Nach dem Verkauf von Ribery wären sicherlich noch ein paar Millionen übrig...

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