vergrößernverkleinern
Seit Oktober 2008 ist Max Eberl (r.) Sportdirektor in Gladbach © getty

Max Eberl erklärt bei Sport1.de, dass den Gladbacher Profis Erfahrung im Abstiegskampf fehlte. Dennoch macht er Mut.

Von Mathias Frohnapfel

München - Andernorts gehören sie wie selbstverständlich zum Bausatz eines erfolgreichen Abstiegskampf: Nerven wie Drahtseile.

In Bochum und Bielefeld etwa, wo die Spieler seit Jahren routiniert gegen den ominösen Strich zwischen Erster und Zweiter Liga kämpfen.

Borussia Mönchengladbach, gerade erst in die Bundesliga zurückgekehrt, hat diese natürliche Abgebrühtheit nicht. (zur Vereinsseite)

Das räumt auch Sportdirektor Max Eberl im Gespräch mit Sport1.de ein: "Es ist so, dass wir im Abstiegskampf unerfahrene Spieler haben. Mit Paul Staltieri und Filipp Daems gibt es zwei, die die Situation kennen - der Rest kennt ihn nicht."

"Anderer Druck" im Abstiegskampf

Vergessen hat Eberl in der Aufzählung jedoch Abwehr-Routinier Tomas Galasek, der 2008 mit Nürnberg um den Klassenerhalt kämpfte. Allerdings stieg der Tscheche auch am Ende ab.

Dennoch gilt seine Aussage, dass der Abstiegskampf ein "anderer Druck" biete, als in anderen Tabellenregionen zu bestehen.

Über Vor- oder Nachteil will Eberl bewusst nicht spekulieren, obwohl er einräumt: "Mannschaften wie Bielefeld, Cottbus sind seit Jahren im Abstiegskampf und haben die Spieler dafür. Daher sind sie da etwas weiter als wir."

Hoffnung aus der Niederlage gegen Bayern

Immerhin: Aus der knappen 1:2-Niederlage gegen Meister Bayern München kann die Borussia wieder etwas Hoffnung ziehen. "Andere Teams wie Frankfurt oder Hannover haben hier 0:4 beziehungsweise 1:5 verloren", sagt Trainer Hans Meyer.

Auch Eberl hat Gefallen daran gefunden, wie gegen die Bayern-Stars gefightet wurde. Denn: "Wenn wir so gegen Frankfurt gemacht hätten, hätten wir dort vielleicht einen Punkt mitgenommen."

Hat die alte Dame vom Niederrhein aber nicht. Stattdessen steht mit zwei Punkten aus den vergangenen sechs Spielen eine ziemlich niederschmetternde Bilanz für den Tabellen-17.

Schweres Restprogramm

Immerhin ist aber der Relegationsplatz, den aktuell Arminia Bielefeld belegt, nur zwei Zähler entfernt (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

Das Restprogramm der Borussia gestaltet sich happig: Am Samstag (15 Uhr LIVE) geht es zu Hause gegen Schalke, ehe die Auswärtsaufgaben in Cottbus und Leverkusen folgen.

Das Saisonfinale steigt dann vor eigener Kulisse gegen Borussia Dortmund.

Eberl vertraut Meyer

Vier Partien, in denen neben spielerischen Qualitäten auch Nervenstärke gefragt ist.

Die junge Truppe jetzt auf die Couch zum Psychologen zu schicken, hält Eberl für unangebracht. "Wir brauchen nicht alle auf die Spieler einzuquatschen, der Trainer weiß genau, was zu tun ist", stellt der Sportdirektor klar.

Außerdem könne man die eigenen Stärken trainieren, etwa gemeinsam gegen den Ball und nach vorn zu arbeiten.

Frei nach dem Motto: "Gemeinsam bist du stark, da kann der eine mal bisschen flattern und der andere hilft."

Zwei Siege sind nötig

Die Ausgangsposition lässt den Gladbachern noch alle Optionen offen. Zwei Siege, kalkuliert Eberl, brauche man aber schon, "um mit dabei zu sein".

Die Spekulationen um Trainer Hans Meyer wehrt er mit Verweis auf die kommenden Endspiele ab.

In einem Zeitungsinterview hatte Meyer erneut deutlich gemacht hat, die Borussia nicht in der Zweiten Liga coachen zu wollen.

"Wir wollen uns mit solchen Dingen jetzt nicht befassen", mahnt Eberl.

Gegen Schalke offensiver

Weitere Unruhe können sie im Moment überhaupt nicht gebrauchen in Mönchengladbach.

Schon deshalb verteidigt Eberl auch die sehr defensive Marschroute des Trainers, der in München erst spät Marko Marin und Oliver Neuville einwechselte.

"Die Fans hätten es auch nicht gut gefunden, 5:0 abgefrühstückt zu werden."

Gegen Schalke dürfte am Sonntag im Borussia-Park ohnehin eine offensivere Truppe zu erwarten sein.

Die Raute im Herzen

Nationalspieler Marin sollte ebenso in den Kader zurückkehren wie Alexander Baumjohann, der in München gelbgesperrt fehlte.

Gute Nerven werden die "Fohlen" ebenso brauchen wie vollen Einsatz: Oder, wie es Sportdirektor Max Eberl nicht ohne Pathos formuliert: "Alle, die für Borussia sind und die Raute im Herzen tragen, müssen jetzt gemeinsam dafür arbeiten, dass wir das schaffen."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel