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Felix Magath übernahm den VfL Wolfsburg im Juli 2007 © getty

Felix Magath wechselt zur neuen Saison vom VfL Wolfsburg zu Schalke 04. Dessen Aufsichtsrat Clemens Tönnies hat Wort gehalten.

Wolfsburg - Weder die Chance auf den Meistertitel noch die Aussicht auf die Champions League konnten die Trennung verhindern:

Trotz der beiden erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte werden Bundesliga-Tabellenführer VfL Wolfsburg und Trainer Felix Magath ihre Zusammenarbeit nach der Saison beenden.

In einer gemeinsamen Erklärung verkündeten beide Seiten am Mittwoch den Abschied des 55-Jährigen zum 30. Juni.

Wenig später bestätigte Magath seinen erwarteten Wechsel zu Schalke 04.

Dort wird der frühere Nationalspieler Trainer und Manager. Sein Nachfolger bei den "Wölfen" steht dagegen noch nicht fest.

Am Morgen Mannschaft informiert

"Felix Magath beendet seine Tätigkeiten als Cheftrainer und Sportdirektor der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH zum 30. Juni 2009. Zu diesem Zeitpunkt scheidet er ebenfalls aus der Geschäftsführung des Fußball-Bundesligisten aus", hieß es in der Erklärung der Niedersachsen.

Am Morgen hatte der Coach die Mannschaft über die bevorstehende Trennung informiert. Bereits am Montag hatte er seinen Entschluss dem Wolfsburger Aufsichtsrat sowie dem VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn mitgeteilt.

Magath blickt in Wolfsburg auf zwei äußerst erfolgreiche Jahre zurück:

"Bin froh, dass es raus ist"

"Ich bin froh, dass die Entscheidung endlich heraus ist, auch wenn ich über die Umstände nicht glücklich bin", sagte der Coach am Mittwochmittag in einer knapp zehnminütigen Erklärung vor Pressevertretern:

"Nach fairen Gesprächen mit dem VfL-Aufsichtsrat haben wir uns schon vor Wochen für die Trennung entschieden. Allerdings bedaure ich, dass der Wechsel zu Schalke, wo ich beim Aufsichtsratvorsitzenden Clemens Tönnies im Wort stehe, so früh publik geworden ist."

Für den VfL erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch:

"Wir sind Herrn Magath für die in den vergangenen zwei Jahren eingeleitete Entwicklung schon zum jetzigen Zeitpunkt, vier Spieltage vor Saisonende, zu großem Dank verpflichtet. Er hat innerhalb sehr kurzer Zeit außerordentlichen sportlichen Erfolg mit dem VfL realisiert."

Mannschaft am Vormittag informiert

Am Morgen hatte Magath die Mannschaft über die bevorstehende Trennung informiert.

"Ich glaube, es gibt gute Gründe für meine Entscheidung. Aus meiner Sicht sind die Ziele, die ich zu Beginn meines Engagements mit dem VfL-Aufsichtsrat vereinbart habe, erreicht", sagte er.

"Es war geplant, die Mannschaft nach oben zu bringen und dort zu halten. Es war für niemanden vorherzusehen, dass uns das innerhalb von nur zwei Jahren gelingt."

Eine Ausstiegsklausel in Magaths Vertrag macht den vorzeitigen Wechsel möglich. Die darin festgelegte einseitige Option für ein drittes Jahr hatte der Coach trotz einer offenbar eingeräumten Fristverlängerung bis April nicht gezogen. In den Gesprächen über eine Vertragsverlängerung hatten sich beide Seiten nicht einigen können.

Auch auf Schalke sportlicher Alleinherrscher

Bei Schalke, das seit der Trennung von Trainer Fred Rutten vom Interims-Trio Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck gecoacht wird, arbeitet Magath erneut in einer Doppelfunktion als Trainer und Manager wie in Wolfsburg.

Der Aufsichtsrat der Königsblauen beschloss einstimmig, Magath als neuen sportlichen Alleinherrscher zu installieren. Dort erhält er einen Vierjahrvertrag ohne Ausstiegsklausel und wird zudem Vorstandsmitglied.

"Er ist die erstklassige Lösung, die ich angekündigt hatte", sagte Schalkes Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies. "Er hat nicht sofort zugesagt, aber ich habe ihn emotional aufgeladen."

Stuttgarter Heldt sagt S04 ab

Zuvor sollen sich die Gelsenkirchener angeblich auch um Horst Heldt vom VfB Stuttgart bemüht haben. Heldt war als Spieler von Januar 2003 bis Mitte 2004 unter dem damaligen VfB-Trainer Magath aktiv.

Die Stuttgarter wollen Heldt aber auf keinen Fall abgeben. "Das Interesse von Schalke ist mir bekannt. Aber eine Freigabe steht nicht zur Debatte", sagte VfB-Präsident Erwin Staudt der "Welt".

"Horst Heldt ist ein wichtiger Teil unserer Führungscrew. Er gehört zum VfB und bleibt bei uns."

In Wolfsburg ist derweil die Suche nach einem Nachfolger für Magath noch nicht abgeschlossen. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Armin Veh (bis November 2008 VfB Stuttgart) und Mirko Slomka (bis April 2008 Schalke 04). (Rijkaard will nicht - Veh und Slomka nun Favoriten)

Gerets-Rückkehr möglich

Möglich erscheint auch eine Rückkehr des Belgiers Erik Gerets, der die "Wölfe" bereits von April 2004 bis Mai 2005 trainiert hatte. Der 54-Jährige hatte erst vergangene Woche seinen Abschied beim französischen Erstligisten Olympique Marseille zum Saisonende angekündigt.

In Wolfsburg hatte Magath schon in seinem ersten Jahr das beste Saisonergebnis der Vereinsgeschichte erzielt. Als Bundesligafünfter war der VW-Klub zum zweiten Mal nach 1999 in den UEFA-Cup eingezogen, wo man im Februar in der Runde der letzten 32 scheiterte.

Vier Spieltage vor Ende der laufenden Spielzeit hat der VfL als Tabellenführer sogar beste Aussichten auf den ersten Meistertitel seiner Geschichte sowie den erstmaligen Einzug in die Champions League.

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