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Selfmade-Multimillionär Dirk Scheringa (r.) war früher Polizist und Berufssoldat © imago

AZ Alkmaars Klubchef Dirk Scheringa erklärt Sport1.de, dass er seinen Trainer nicht kampflos in Richtung München ziehen lassen will.

Von Martin van de Flierdt und Martin Volkmar

München - Der Wechsel scheint nur noch Formsache: Sowohl Louis van Gaal als auch der FC Bayern haben sich öffentlich ihrer gegenseitigen Zuneigung versichert (Van Gaal bestätigt Kontakt zu Bayern) .

Spätestens nach dem letzten Saisonspiel seines aktuellen Klubs AZ Alkmaar am Sonntag rechnen Experten mit der Bekanntgabe des Wechsels zum deutschen Rekordmeister (Van Gaal vor der Unterschrift?).

Auch Mark van Bommel hat sich für eine Verpflichtung von Louis van Gaal ausgesprochen.

"Ich habe bei der Nationalelf zwei Jahre mit ihm gearbeitet und habe sehr gute Erfahrungen mit ihm gemacht. Wenn er zu uns kommt, wäre das ein sehr guter Trainer für uns. Er würde zu Bayern passen. Er wäre eine sehr gute Wahl", sagte der Bayern-Kapitän in einem Interview des "Münchner Merkur".

Doch auf Anfrage von Sport1.de dementiert Alkmaars Vereinsboss Dirk Scheringa:

"Ich kann nicht bestätigen, dass Herr van Gaal der nächste Trainer des FC Bayern wird."

Scheringa will kämpfen

Der millionenschwere Bankbesitzer ist offenbar nicht bereit, den Erfolgscoach des niederländischen Überraschungsmeisters kampflos ziehen zu lassen (Alkmaar-Boss: Keine Freigabe für van Gaal).

Schon zuvor hatte Scheringa erklärt: "Ein Wechsel zum FC Bayern ist nicht verhandelbar. Louis hat einen laufenden Vertrag bis 2010 und daran halten wir uns."

"Nebenjob" in Belgien wäre okay

Eine andere Option van Gaals hält der Mäzen dagegen eher umsetzbar halte: Der Coach ist auch ein heißer Anwärter auf den Posten des belgischen Nationaltrainers.

Bliebe van Gaal in Alkmaar, würde er von Scheringa wohl das Plazet für einen "Nebenjob" im Nachbarland nach dem Vorbild Guus Hiddinks bei Russland und Chelsea erhalten.

Der belgische Fußballbund KBVB hat nach Angaben der niederländischen Nachrichtenagentur "ANP" schon die finanziellen Anforderungen van Gaals abgewogen und für akzeptabel erklärt.

In dieser Woche werde man die Verhandlungen mit van Gaal fortsetzen. "Er hat darum gebeten, kurzfristig ein kleines Signal von uns zu erhalten", sagte KBVB-Chef Francois De Keersmaecker.

"Wir sollen ihn bis zum Wochenende in unsere Pläne einweihen. Und wir wollen ihn nicht im Ungewissen lassen."

Weiteres Treffen in München?

Van Gaals Zeitdruck hängt ohne Zweifel mit dem Angebot Bayern Münchens zusammen.

Nach Angaben der "Bild" sollen sich der Niederländer und die Granden des Rekordmeisters am Dienstag ein weiteres Mal getroffen und grundsätzlich Einigkeit erzielt haben.

Damit wäre das Gespräch mit De Kersmaecker und seinen Verbandsmitstreitern hinfällig.

Einzig ein Angebot von Real Madrid, spekuliert die "Bild", könne van Gaal noch von einem Engagement in München abhalten (Hobby-Poet und Dickkopf: Van Gaal im Porträt).

In der spanischen Hauptstadt ist Trainer Juande Ramos spätestens seit dem 2:6-Debakel gegen Barcelona nur noch geduldet.

Niederländer bei Real vor Absprung

Das Argument, van Gaal könne in Madrid um sechs Niederländer womöglich eine ähnlich erfolgreiche Mannschaft aufbauen wie in seiner ersten Amtszeit in Barcelona (1997 bis 2000), trägt allerdings nicht.

Denn die spanischen Sportzeitungen "Marca" und "As" berichten übereinstimmend, dass Real Arjen Robben, Rafael van der Vaart, Wesley Sneijder und Royston Drenthe im Sommer verkaufen will.

Bei Ruud van Nistelrooy und Klaas Jan Huntelaar sei eine Trennung zumindest möglich.

Dirk Scheringa wird all dies entspannt aus der Distanz beobachten. Denn ohne sein "Go!" geht für van Gaal außerhalb von Alkmaar ohnehin nichts.

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