Wolfsburgs Alleinherrscher verlässt den Titelkandidaten und geht trotz fraglicher Perspektiven zu Schalke 04. Doch er hat gute Gründe.

Nun hat Felix Magath bald alle Top-Vereine der Bundesliga durch.

Nach HSV, Bremen, Nürnberg, Frankfurt, Stuttgart, Bayern und dem VfL Wolfsburg, den er im Alleingang zum Meisterschaftskandidaten machte, nun Schalke 04.

Vielmehr kann nicht kommen, denn Borussia Dortmund dürfte mit dem Wechsel zu den Königsblauen ausgeschlossen sein und Traditionsvereine wie Köln oder Mönchengladbach sind sportlich derzeit wenig reizvoll.

Womit man automatisch wieder bei Schalke wäre und der großen Frage nach dem Warum.

Schließlich sind die Perspektiven in Gelsenkirchen eher bescheiden:

Im Gegensatz zu Wolfsburg wird das Team nächste Saison fast sicher nicht international spielen, der Etat muss daher stark gekürzt und Leistungsträger müssen verkauft werden.

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Doch offenbar war auch Wolfsburgs Geldgeber VW angesichts der Weltwirtschaftskrise nicht mehr bereit, Magath weitere Millionen für Neuzugänge zur Verfügung zu stellen.

So sah er schon nach zwei Jahren den Gipfel erreicht, denn nun droht der Abgang von Stars wie Grafite und Dzeko zu renommierten und zahlungskräftigen Klubs.

Daher hatte der sportliche Alleinherrscher offenbar massive Zweifel, ob die "Wölfe" dauerhaft so erfolgreich wie in diesem Jahr spielen können.

Zumal sie in der neuen Saison die Gejagten sein werden und andere Vereine wie Bayern oder Bremen wieder zur Attacke blasen.

Darüber hinaus hat der 55-Jährige offenkundig massive Probleme damit, dass Wolfsburg trotz seiner erfolgreichen Aufbauarbeit Fußball-Provinz geblieben ist und die Begeisterung sich auch nach dem Höhenflug in Grenzen hält.

Das wird auf Schalke ganz anders werden und man darf gespannt sein, wie der zu feinem Zwirn, Grünem Tee und gepflegter Ausdrucksweise neigende Magath mitten in den Pott passt.

Letztlich wird es wohl allein darauf ankommen, ob er nach der Chaos-Saison wieder Ruhe und vor allem Erfolg zurück nach Schalke bringt.

Dass er das Potenzial dazu besitzt, hat der einstige Feuerwehrmann auf seinen letzten Stationen bewiesen, vor allem in Wolfsburg.

Nun nimmt er eine ähnlich große Herausforderung an. Trotz aller berechtigten Kritik an seiner Flucht aus der VW-Stadt spricht das nicht gegen Magath.

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