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Massimo Oddo begann seine Karriere in der Jugendmannschaft des AC Mailand © getty

Bayern München krempelt seinen Kader gehörig um. Nach Jansens Weggang kommt jetzt ein Weltmeister an die Isar.

München - Marcell Jansen ist weg, Massimo Oddo kommt: Nur einen Tag nach dem überraschenden Abschied des deutschen Nationalspielers hat Bayern München Verteidiger Massimo Oddo vom AC Mailand verpflichtet.

Der Deutsche Meister leiht den Italiener zunächst für ein Jahr aus, besitzt danach eine Kaufoption.

"Ich habe mit Luca mehrmals über den FC Bayern gesprochen", sagte Oddo nach seiner Ankunft auf dem Münchner Flughafen dem DSF.

"Der Kontakt ist vor wenigen Tagen mit dem Verein zu Stande gekommen. Es war eine kurzfristige Aktion. Aber ich bin jetzt glücklich, hier zu sein."

Nach Bundesliga-Torschützenkönig Toni ist der Weltmeister von 2006 somit der zweite Italiener im Kader des Rekordmeisters.

"Ein Spieler, der uns weiterhelfen kann"

"Wir haben ihn seit sechs Tagen im Auge. Wir glauben, dass er ein Spieler ist, der uns weiterhelfen kann", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß. Über die Modalitäten des Ausleihgeschäfts wurde offiziell nichts verlautbart, laut der "tz" aber muss Bayern keine Leihgebühr zahlen.

Auch Trainer Jürgen Klinsmann ist von dem Transfer angetan.

"Wir haben Massimo schon länger im Visier. Auf Grund der langwierigen Verletzungen von Willy Sagnol und Hamit Altintop haben wir die Chance, ihn zu bekommen, jetzt genutzt. Massimo Oddo ist auf Grund seiner Erfahrung, seiner taktischen und technischen Fähigkeiten ein großer Qualitätsschub für den FC Bayern", so der Bayern-Coach.

Mehr Stabilität

Der Verteidiger, der den schwach in die Saison gestarteten Bayern wieder mehr Stabilität in der Defensive verleihen soll, absolvierte am Donnerstag in München die obligatorische sportärztliche Untersuchung, unterschrieb anschließend den Vertrag und wird erstmals am Montag mit seinen neuen Kollegen trainieren.

Für das Heimspiel am Sonntag gegen Hertha BSC Berlin steht er noch nicht zur Verfügung.

Weniger Konkurrenz für Oddo

Oddo hat in der vergangenen Saison bei Milan 25 Serie-A-Spiele absolviert, war aber nicht mehr Stammspieler. Auch in der Squadra Azzurra gehörte der 34-malige Nationalspieler (zwei Tore) bei der EM 2008 nicht mehr zum Kader.

Erst Anfang 2007 war er von Lazio Rom nach Mailand zurückgekehrt, wo er auch in der Jugend gespielt hatte.

Beim FC Bayern ist die Konkurrenz nach Jansens Abgang nicht so groß wie bei Milan. Lediglich Philipp Lahm ist als Außenverteidiger gesetzt. Willy Sagnol ist noch länger verlettzt, Christian Lell nicht in Form.

Zudem ist der Champions-League-Sieger von 2007 nach Mittelfeldspieler Tim Borowski von Werder Bremen und Ersatzkeeper Jörg Butt (Benfica Lissabon) der dritte Zugang der Münchner in dieser Saison. Der 32-Jährige war auch bei Olympique Lyon im Gespräch.

Geteiltes Echo bei den Spielern

Das Echo in der Mannschaft auf den spektakulären Neuzugang war geteilt. "Er hat Qualitäten, die den FC Bayern weiterbringen. Wir können ihn gebrauchen", sagte Bastian Schweinsteiger.

Wesentlich skeptischer äußerte sich dagegen Lucio. "Letztes Jahr hatten wir die beste Abwehr, jetzt haben wir die gleichen Spieler. Eigentlich war kein Bedarf da", meinte der Brasilianer.

"Beim FC Bayern ist nichts sicher"

Das sehen die Verantwortlichen offenbar anders. Gut möglich, dass der FCB bis zum Ende der Transferperiode am kommenden Montag (12 Uhr) noch einmal zuschlägt.

"Beim FC Bayern ist nichts sicher", meinte Hoeneß auf die Frage nach weiteren Transfers. Nach dem Wechsel von Jansen für rund acht Millionen Euro zum HSV seien noch Spielräume da, die man möglicherweise auch ausnutzen werde.

Genervt reagierte der Manager auf die permanenten Gerüchte um Nationalspieler Lukas Podolski. "Das geht mir auf die Nerven. Das Thema stellt sich doch gar nicht. Ab Montag hat dieser Spuk ein Ende", erteilte er etwaigen Rückholplänen des 1. FC Köln einmal mehr eine klare Absage.

Rummenigge warnt Spieler

Indes warnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Bayern-Stars eindringlich davor, weiterhin öffentlich über die Taktik von Klinsmann zu diskutieren. "Ich möchte den Spielern dringend empfehlen, damit schnell aufzuhören. Diese Diskussionen müssen abgeschafft werden, sie sind nicht förderlich", sagte Rummenigge dem "kicker".

Nach dem durchwachsenen Saisonstart mit nur zwei Unentschieden gegen Hamburg (2:2) und Dortmund (1:1) wollte Hoeneß dagegen keine Kritik üben. Vielmehr stört den Manager, "dass hier alles permanent negativ geredet wird".

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