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Horst Heldt (l.) spielte unter Felix Magath bei Frankfurt und Stuttgart © imago

Stuttgarts Manager scheint einem Engagement bei S04 nicht abgeneigt. Auch zwei Wolfsburger Spieler könnten Magath folgen.

Von Martin van de Flierdt

München - Die Verpflichtung von Felix Magath als Trainer und Sportdirektor des FC Schalke 04 zur nächsten Saison ist für die Bundesliga wie die Verschiebung eines mächtigen Felsbrockens im Gebirge.

Letztere hat häufig eine Lawine zur Folge, und im Fall Magath ist davon auszugehen, dass er in Wolfsburg und auf Schalke ähnliches auslöst.

Bei den Königsblauen ist Aufsichtsratsboss Clemens Tönnies nach der Verkündung des Coups gleich dazu übergegangen, die nächste wichtige Personalie offensiv anzugehen.

"Wir haben ein neues Konzept, was den Verein nachhaltig in die Erfolgsspur zurückbringen soll", sagte Tönnies (Schalke stolz wie Oskar). Zu diesem Konzept gehört auch Horst Heldt.

Tönnies: "Heldt will zu uns"

"Ein hervorragender Manager", lobt Tönnies den Strippenzieher des VfB Stuttgart. Dieser sei hinsichtlich einer Zukunft in Gelsenkirchen "auf dem besten Weg, genauso emotional aufgeladen zu werden wie Magath 102305(DIASHOW: Magaths Karriere). Er will zu uns."

VfB-Präsident Erwin Staudt wiegelte sofort ab. Eine Freigabe Heldts stehe "nicht zur Diskussion, weil er ein wichtiger Teil der Führungscrew" sei. "Heldt gehört zum VfB und bleibt bei uns."

Der Umworbene selbst sagt nur, er habe "in Stuttgart einen Vertrag bis 2012" und hält sich ansonsten bedeckt.

Versprechen nicht eingelöst

Dass er sich nach einem neuen Betätigungsfeld umschaut, erscheint nicht unmöglich, da er trotz unbestrittener Erfolge in der Transferpolitik vom VfB an einer eher kurzen Leine geführt wird.

Zwar hatte der Vorstand aus Staudt und Finanzdirektor Ulrich Ruf 2007 angekündigt, Heldt ins Präsidium befördern zu wollen. Auf den Vollzug wartet der Teammanager aber immer noch.

Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" steht der Rheinländer Heldt schon seit Wochen mit Tönnies in Kontakt.

Rückschritt auf Zeit

Dass er sich auf Schalke seinem Freund Magath zunächst unterordnen müsste, dürfte er bei der Perspektive, diesen mittelfristig als Sportdirektor mit Sitz im Vorstand zu beerben, in Kauf nehmen.

"Es ist jetzt seine Entscheidung, ob er sich mit der Rolle identifizieren kann", sagt "Knappen"-Geschäftsführer Peter Peters. Mit Magaths Inthronisierung wird auch die Schalker Mannschaft ein anderes Gesicht bekommen.

Altgediente wie Marcelo Bordon, Mladen Krstajic oder Levan Kobiashvili dürften nach Informationen der "Bild" den Verein verlassen. Kevin Kuranyi, der mit Magath schon in Stuttgart erfolgreich zusammengearbeitet hat, und Rafinha sollen bleiben.

Holtby, Kacar und Reus auf der Liste

Mit Aachens Supertalent Lewis Holtby sind sich die Königsblauen weitgehend einig, er soll gegenüber den Aachener Kollegen schon ausgeplaudert haben, dass es ihn nach Gelsenkirchen zieht.

Berlins Gojko Kacar steht ebenso auf der Schalker Liste wie der viel versprechende Offensivmann Marco Reus von LR Ahlen.

Folgen Misimovic und Schäfer ihrem Coach?

Dass er seinen Wolfsburger Supersturm Grafite und Edin Dzeko nach Gelsenkirchen mitbringt, hält Magath nicht nur aufgrund der Kürzung des Schalker Spieleretats um acht bis zehn Millionen Euro für unwahrscheinlich:

"Von so etwas bin ich kein Freund. An die Dinge, die vorbei sind, mache ich einen Haken."

Der "kicker" geht aber davon aus, dass Spielmacher Zvjezdan Misimovic und Linksverteidiger Marcel Schäfer ihrem Mentor durchaus folgen könnten.

Hitzfeld und Assauer warnen Magath

Dass Magath bei seinem neuen Klub genauso erfolgreich arbeiten kann, wie bei seinem altem, glauben übrigens nicht alle Experten.

Ex-Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld warnte Magath im "kicker", dass er sich bei Schalke auf ein "Pulverfass" setzen würde.

Und Schalkes Ex-Manager Rudi Assauer stellt in der "Recklinghauser Zeitung" in Frage, ob sich das Modell Wolfsburg auf Schalke übertragen lässt: "Drei wichtige Ämter in der Hand von einer Person - das könnte schwierig werden."

Assauer erinnert sich: "Ich konnte mich nur als Schalke-Manager nicht über Arbeit beklagen."

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