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Simon Rolfes (r.) unterlag im Hinspiel Oliver Kirchs Bielefeldern mit 1:2 © getty

Bayer stellt vor der Partie gegen Bielefeld die Weichen für die Zukunft. Ein lange Vermisster steht vor dem Comeback.

Düsseldorf - Bernd Schneider ist zurück, Rudi Völler und Simon Rolfes bleiben und der Heim-Fluch soll endlich vertrieben werden.

Vor dem sportlich unbedeutenden Spiel gegen den Abstiegskandidaten Arminia Bielefeld am Freitag (ab 20 Uhr LIVE) drehte sich bei Pokalfinalist Bayer Leverkusen alles um drei Schlüsselfiguren.

Und dabei winkt Schneider ein Ende seiner 390-tägigen Leidenszeit. Nach überstandener Halswirbel-Operation steht der 81-malige Nationalspieler vor seinem Bundesliga-Comeback.

Gute Nachrichten vermeldet der Werksklub auch vom Verhandlungstisch. Sportchef Rudi Völler und Kapitän Simon Rolfes haben ihre Verträge bis 2012 bzw. 2013 verlängert.

Riesenlob für Schneider

"Bernd hat außergewöhnlich gearbeitet. Er war sich auch nicht zu schade, regelmäßig in der zweiten Mannschaft zu spielen. Er hat es sich absolut verdient, wieder im Kader zu stehen", begrüßte Trainer Bruno Labbadia die Rückkehr von Schneider.

Am 13. April 2008 bestritt der Vize-Weltmeister von 2002 beim 3:0 gegen den VfB Stuttgart sein bislang letztes von 295 Bundesligaspielen. (Porträt Bernd Schneider)

Kurz darauf musste der 35-Jährige unters Messer und damit auch seinen Traum von der EM-Teilnahme begraben. Es folgte der beschwerliche Gang durch die Reha, im März durfte Schneider dann erstmals für die Regionalliga-Mannschaft wieder spielen.

Nach diesem Aufbauprogramm ist mit Schneider in Zukunft wieder zu rechnen.

Hyypiä als Neuzgang fix

Und auch sonst laufen die Personalplanungen beim Werksklub für die nächste Saison auf Hochtouren.

Nach der Verpflichtung von Verteidiger Sami Hyppiä (FC Liverpool) wurden mit den Vertragsverlängerungen von Völler und Rolfes zwei weitere wichtige Personalentscheidungen getroffen. (Bayer holt Hyypiä)

Völler setzt ein Zeichen

"Mir war wichtig, gerade jetzt ein Zeichen zu setzen. Zum einen, um die in jüngster Zeit immer wieder aufkeimenden Gerüchte um meine Person zu beenden. Zum anderen, um auch gerade nach der sportlich schwierigen Phase in den vergangenen Wochen zu dokumentieren, dass ich an die Mannschaft, unsere Strategie, den Verein und das Umfeld glaube", sagte Völler.

Seit 2005 lenkt er die Geschicke bei Bayer. Zuletzt war er auch als Nachfolger von Bayern-Manager Uli Hoeneß im Gespräch.

Weiter Warten auf Heimsieg

Das Sportliche rückte da in den Hintergrund. Ausruhen will sich Bayer gegen die Ostwestfalen aber nicht, schließlich soll der Heim-Fluch im Düsseldorfer Exil endlich beendet werden.

In sechs Bundesligaspielen im Ausweichquartier gab es nicht einen einzigen Sieg. Kein Wunder, dass für den Pokalfinalisten fernab der Europacup-Plätze die Bundesliga-Saison vier Spieltage vor Schluss gelaufen ist.

"Wir wollen die Düsseldorfer Arena am Saisonende nicht ohne Heimsieg verlassen", sagte Abwehrchef Manuel Friedrich.

Hinrundenmatch als Anfang des Absturzes

Vor dem Hinrundenspiel in Bielefeld hatte es noch anders ausgesehen, Bayer thronte als Tabellenführer der Bundesliga und durfte gar vom Titel träumen.

"Damals fing es mit dem Negativlauf an", erinnert sich Labbadia und ergänzt: "Für uns geht es darum, die Saison mit positiven Ergebnissen abzuschließen und uns in den letzten Spielen für die Arbeit belohnen."

Bielefeld braucht Punkte

Eine Belohnung in Form des Klassenerhalts streben indes die Arminen an. "Wir wollen auf jeden Fall etwas mitnehmen", meinte Trainer Michael Frontzeck angesichts der prekären Situation.

Nach nur zwei Punkten aus den letzten sechs Spielen ist Bielefeld auf den 16. Platz abgestürzt. Immerhin macht die gute Leistung aus dem Spiel gegen Stuttgart (2:2) Hoffnung.

Wichniarek wohl nur auf der Bank

"Wir haben uns noch nicht aufgegeben. Ich bin optimistisch, dass wir es noch schaffen", sagt Torhüter Dennis Eilhoff.

Für Torjäger Artur Wichniarek, der zuletzt wegen Rückenbeschwerden pausieren musste, kommt ein Einsatz von Beginn an wohl zu früh.

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