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Gemeinsamer Jubel: Zinedine Zidane (l.) und Franck Ribery bei der WM 2006 in Deutschland © imago

Während der Altmeister den Bayern-Dribbler nach Madrid lotsen will, gibt es weiter Probleme bei der van-Gaal-Verpflichtung.

Von Tobias Schneider

München - Der kleine Ribery und der große Zidane - in der "Equipe Tricolore" sorgten die beiden Fußballkünstler auf dem Rasen für Spektakel und sind auch abseits des Platzes dicke Freunde.

Über einen möglichen Abgang Riberys von Bayern München wird seit längerem spekuliert, doch nun macht sich Zidane für dessen Wechsel zu Real Madrid stark.

Zu dem Klub, mit dem Zidane auch nach Ende seiner aktiven Karriere fest verwoben ist.

"Ich hoffe, dass Franck Ribery zu Real Madrid wechseln wird", sagte der mittlerweile 36-Jährige jetzt dem französischen Sender "Canal plus".

Zidane als Real-Berater

Zidane ist Berater von Florentino Perez, der sich im Juni wieder zum Präsidenten von Real wählen lassen will und als Wahlversprechen den ein oder anderen Transfer angekündigt hat.

Ribery passe da perfekt ins Anforderungsprofil, meinte Zidane. "Es ist immer gut, einen solchen Spieler in der Mannschaft zu haben. Wir müssen das Wappen des Vereins wieder wertvoller machen - und er könnte dazu beitragen."

Neue Generation der "Galaktischen"?

Folgt Ribery seinem großen Idol also zu Real und läutet dort eventuell eine neue Generation der "Galaktischen" ein?

Beide wertschätzen sich, Zidane lobte in den höchsten Tönen: "Er ist einfach großartig, herausragend. Mit allem was er tut."

Ribery hält ebenfalls große Stücke auf seinen früheren Nationalmannschaftskollegen, Zidane sei "das Juwel des französischen Fußballs", nicht nur als Spieler "auch als Mensch" fehle er.

70 Millionen? Nein, danke!

Doch Hoeneß mauert.

Selbst die angeblich von Manchester United gebotenen 70 Millionen Euro Ablöse "bringen mich nicht dazu, meine Meinung zu ändern. Wir werden Franck nicht gehen lassen. Er ist ein wichtiger Baustein unserer Zukunft und deswegen wollen wir lieber den Vertrag verlängern, als ihn zu verkaufen."

Rückkehr eines Ex-Bayern?

Unterdessen liebäugelt offenbar Zvjezdan Misimovic vom VfL Wolfsburg mit einer Rückkehr an die Isar, schließlich spielte der Bosnier bis 2004 für die Reserve des Rekordmeisters.

"Ich würde gerne nochmal bei den Bayern spielen. Wer weiß, wann es soweit ist und was die Zukunft bringt", sagte der 26-Jährige.

Die "Wolfsburger Allgemeine Zeitung" will ihn bereits bei der Wohnungssuche in München beobachtet haben, angeblich soll er für acht Millionen Euro Ablöse wechseln können.

Hoeneß dementierte dies jedoch umgehend: "Das ist Unsinn."

Probleme mit van Gaal

Nicht nur die Personalie Ribery treibt die Bayern derzeit um. Auf der Suche nach einem neuen Chefcoach muss sich der Rekordmeister aber weiter in Geduld üben.

"Tatsache ist, dass es noch Probleme gibt im Verhältnis von van Gaal zu AZ Alkmaar. Vor allem, weil die offenbar noch keinen Nachfolger haben. Das scheint auch eine Bedingung für die Freigabe zu sein", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß der Münchner "tz".

Einigung kommende Woche?

Van Gaals Erbe beim neuen niederländischen Meister sollte Co Adriaanse antreten, der sich nun aber offenbar Hoffnungen auf die freigewordene Trainerstelle bei Ajax Amsterdam macht.

Doch trotz der Probleme mit Alkmaar will Hoeneß die Verpflichtung van Gaals bereits in der kommenden Woche unter Dach und Fach bringen.

Am Wochenende beschließt van Gaal mit Alkmaar die Saison, danach sollen dann die letzten noch offenen Fragen beantwortet werden.

Unklares Vertragswerk

Der 57 Jahre alte van Gaal hat bei Alkmaar einen Vertrag bis 2010, der Titelgewinn soll ihm nach Berichten mehrerer Medien aber eine Hintertür zu einem vorzeitigen Ausstieg geöffnet haben.

"Was genau es für eine Absprache gibt, weiß ich nicht. Aber es gibt eine und auf die will er sich berufen", sagte Hoeneß.

Eine Ablöse werde demnach nicht fällig, und van Gaal wolle sich selbst um die Lösung der Probleme mit Alkmaar kümmern, ergänzte Hoeneß.

Van Gaal hält sich bedeckt

Van Gaal selbst wollte sich am Freitag bei der Pressekonferenz vor dem letzten Saisonspiel gegen den SC Heerenveen erneut nicht zu den Spekulationen äußern.

Ein Engagement bei Ajax schloss er jedoch aus.

"Ich habe AZ versprochen, dass ich - sollte ich gehen - nicht nicht zu einem niederländischen Klub wechseln werde. Wenn, gehe ich nur ins Ausland. Ajax ist keine Option."

Er arbeite derzeit an den Urlaubsplänen der AZ-Profis, über die Zeit danach "sage ich nichts"

Franz Beckenbauer kommentiert die Trainersuche gewohnt süffisant: Die Beste Lösung sei vermutlich "ein Zauberer aus dem Circus Krone," sagte der Bayern-Präsident im Interview mit "bundesliga.de".

Ribery und Diego im Doppelpack?

Von der Klärung der Personalie van Gaal hängt auch die Zukunft des allseits umworbenen Bayern-Stars Franck Ribery ab.

Der Franzose gilt zwar als unverkäuflich, doch wenn der neue Trainer sage, "ich will lieber drei, vier Spieler kaufen, wäre das eine neue Variante", sagte Hoeneß:

"Aber im Moment ist die Meinung im Vorstand die, dass wir Ribery nicht gehen lassen. Und vielleicht sagt der Trainer ja auch: Ich will beide: Ribery und Diego."

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