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Gerhard Tremmel wechselte 2006 von Hertha BSC Berlin zu Energie Cottbus © getty

Kampfansage an den Ex-Klub: Im Interview mit Sport1.de spricht Cottbus-Keeper Gerhard Tremmel über das Duell mit dem FC Bayern.

Von Matthias Becker

München - Gerhard Tremmel (Porträt) fiebert dem Duell mit dem FC Bayern München wohl am meisten entgegen (Sa., 15 Uhr LIVE).

Schließlich ist der 30-Jährige ein waschechter Münchner, spielte in der Jugend des FC Bayern, später bei den "Löwen" und bei der SpVgg Unterhaching.

"Gegen die Bayern ist es immer etwas Besonderes", sagt der Cottbus-Keeper im Interview mit Sport1.de.

Hinzu kommt die prekäre Lage, denn: Wieder einmal muss Cottbus vermutlich bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt bangen. (DATENCENTER: 31. Spieltag)

Gute Erinnerungen

Doch die Lausitzer wissen, wie die Bayern zu schlagen sind.

Schließlich verlor der Rekordmeister vergangene Saison mit 0:2 in Cottbus - und Energie startete daraufhin eine Siegesserie, die mit dem Klassenerhalt belohnt wurde.

Ob sich die Geschichte wiederholt?

Im Interview mit Sport1.de spricht Tremmel über das Bayern-Match und verrät, ob für ihn vielleicht gar die Nationalmannschaft noch ein Thema ist.

Sport1.de: Herr Tremmel, Energie hat zweimal nicht verloren und dabei zu Null gespielt. Jetzt kommen die Bayern. Für Sie als gebürtigen Münchner ein besonderes Spiel?

Gerhard Tremmel: Gegen die Bayern ist es immer etwas Besonderes. Alleine die Medienpräsenz ist höher als bei anderen Spielen, und es schauen viel mehr Leute zu. Ich selbst habe ja in der Jugend bei den Bayern gespielt, deshalb ist es immer toll.

Sport1.de: Vergangene Saison haben sie 2:0 zuhause gegen die Bayern gewonnen und danach eine Serie gestartet, die zum Klassenerhalt führte. Ist so etwas wieder denkbar?

Tremmel: Möglicherweise, das muss man dann am Ende der Saison sehen. Aber für uns zählt jetzt jeder Punkt, und da wollen wir natürlich auch gegen die Bayern was holen.

Sport1.de: Die Mannschaften haben sich im Vergleich zur Vorsaison nicht so stark verändert. Was ist denn das Geheimnis, um die Bayern zu knacken?

Tremmel: Ich erwarte eine sehr aggressive Bayern-Mannschaft. Die wissen, dass es bei uns auch hart zur Sache geht. Uns könnte zu Gute kommen, dass sie gewinnen müssen. Die Bayern werden sich nicht verstecken, sondern werden früh attackieren und nach vorne spielen.

Sport1.de: Ist es für Ihre Mannschaft fast ein Nachteil, dass in München der Trainerwechsel stattgefunden hat?

Tremmel: Im Spiel gegen Gladbach hat man gesehen, dass die Gladbacher auch zu Möglichkeiten gekommen sind. Und Bayern hatte auch unter Jürgen Klinsmann einige gute Spiele. Für mich macht das keinen Unterschied.

Sport1.de: Sie haben zuletzt zweimal kein Gegentor bekommen. Woher kommen die neu gewonnene Stabilität und der Aufschwung?

Tremmel: Es sind wieder alle bereit, für die Defensive zu arbeiten. Das ist der Schlüssel. Wir hatten in der Rückrunde viele gute Spiele, haben aber auch viele davon aus der Hand gegeben, weil wir defensiv nicht gut genug gearbeitet haben. Zudem sind wir vielleicht nicht mehr so offensiv wie zu Beginn der Rückrunde, aber dafür zielstrebiger.

Sport1.de: Kommt Energie zugute, dass sie Erfahrung mit Abstiegs- und Überlebenskampf haben? Auch wenn es in der Mannschaft mal kracht: Wenn es wichtig wird, scheint sie da zu sein...

Tremmel: Es gehört dazu, mir ist es lieber, es kracht mal richtig. Da weiß man wieder, in welche Richtung es geht. Wir wussten die gesamte Saison, dass wir gegen den Abstieg spielen. Die Situation ist nicht neu für uns. Außerdem ist es von Vorteil, dass wir hier in der Endphase der Saison ruhig arbeiten können. Wenn ich zum Beispiel an Gladbach denke, ist die Medienlandschaft dort viel aggressiver.

Sport1.de. Ihr Restprogramm ist mit Bayern, Gladbach, Stuttgart und Leverkusen nicht ohne. Sind Sie optimistisch, dass es schon frühzeitig zum Klassenerhalt reichen könnte?

Tremmel: Das kommt darauf an, wie die Mannschaft unten spielen, die haben auch kein leichtes Programm. Die nächsten beiden Spiele können schon vorentscheidend sein. Deshalb wäre es uns recht, wenn wir die positiv gestalten und zum Ende hin nicht mehr den großen Druck hätten.

Sport1.de: Wie viele Punkte fehlen denn noch, um sicher drin zu bleiben?

Tremmel: Mit zwei Siegen sind wir sicher drin. Im Moment haben wir einen Punkt Vorsprung auf Bielefeld, was wegen des schlechten Torverhältnisses wichtig ist. Mehr als zwei Siege werden auch die anderen Mannschaften nicht mehr schaffen, hoffe ich zumindest. Aber andererseits weiß man nie. Auf der Zielgeraden der Saison wächst man manchmal über sich hinaus.

Sport1.de: Zu Ihnen persönlich: Im Zusammenhang mit der Asienreise der Nationalmannschaft fällt auch Ihr Name. Könnten Sie sich das vorstellen?

Tremmel: Da denke ich überhaupt nicht drüber nach. Das ist für mich nicht aktuell, sondern eine Diskussion, die in der Öffentlichkeit geführt wird. Für mich zählt nur der Abstiegskampf.

Sport1.de: Mit Ihrer Leistung in dieser Saison können Sie aber doch sehr zufrieden sein.

Tremmel: Wenn wir am Ende absteigen, bringt mir das aber nichts, dann ist da ein schwarzer Fleck. Nur wenn wir die Klasse halten, bin ich auch zufrieden.

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