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Jaroslav Drobny kam im Sommer 2007 an die Spree © getty

Hertha-Keeper Jaroslav Drobny spricht vor der Partie gegen den VfB im Sport1.de-Interview über Berlins Chancen im Titelrennen.

Von Sebastian Hrabak

München - Hertha BSC Berlin ist auf dem besten Weg, die eigenen Saisonziele und damit auch die Erwartungen vieler Experten zu übertreffen:

Vier Spieltage vor Saisonende belegt der Hauptstadtklub mit vier Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze den Qualifikationsrang für die Champions League. (Gelingt der Hertha das Husarenstück? Der Tabellenrechner)

Zuletzt ließen die Berliner mit dem Unentschieden gegen den HSV zwar Punkte liegen, kegelten aber mit den Hanseaten einen Mitkonkurrenten um die Spitze aus dem Meisterrennen.(Die Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle)

Garant für den Aufschwung

Torhüter Jaroslav Drobny ist einer der Garanten für den Aufschwung der Elf von Lucien Favre.

Allein gegen den Sturm aus Leverkusen entschärfte der 29-Jährige 27 Torschüsse. Der Trainer lobt seinen Keeper denn auch in den höchsten Tönen.

Am 31. Spieltag (Die Aufstellungen) treffen die Hauptstädter auf den VfL Bochum (15 Uhr LIVE). Vor der Partie gegen seinen Ex-Klub spricht Jaroslav Drobny über Herthas Chancen auf den Titel, die Erinnerungen seine Zeit im Revier und die persönliche Zukunft.

Sport1.de: Der kommende Gegner VfL Bochum war ihre erste Bundesligastation nach der schweren Zeit in England. Haben Sie noch einen speziellen Bezug zum kleinen Revierklub?

Jaroslav Drobny: Natürlich habe ich noch viele Freunde und Bekannte in Bochum. Ich telefoniere regelmäßig mit meinem damaligen Torwarttrainer Peter Greiber und zu den Spielern Stanislav Sestak, Marcel Maltritz und Christoph Dabrowksi habe ich auch noch Kontakt. Ich wünsche mir, dass der VfL Bochum in der Bundesliga bleibt, auch wenn ich am Samstag mit Hertha natürlich gewinnen will.

Sport1.de: Ihr schneller Wechsel zur Hertha wurde von außen mit viel Skepsis betrachtet, zumal Christian Fiedler den Platz im Tor nicht freiwillig räumen wollte. Warum haben Sie sich dennoch für Berlin entschieden?

Drobny: Ich habe lange mit Dieter Hoeneß gesprochen und er hat mir aufgezeigt, wohin der Weg von Hertha BSC in den nächsten Jahren gehen soll. Diese Perspektive hat mich überzeugt. Außerdem hat mir Dariusz Wosz, der selber mal in Berlin gespielt hat, den Schritt nach Berlin empfohlen. Dass es in Berlin einen Konkurrenzkampf um den Platz im Tor gibt, ist völlig normal und in anderen Vereinen genauso. (Die Vereinsseite)

Sport1.de: In dieser Saison entwickelten Sie sich zum stabilsten Torhüter der Bundesliga, Ihr Trainer Lucien Favre nannte Sie sogar "Jesus". Wie gut tun Ihnen die Lobeshymnen?

Drobny: Das ist zwar schön zu hören, aber in jedem Spiel muss man sich aufs Neue beweisen. Ich habe in der Tat ein Jahr gebraucht, um mich an den Verein und die Stadt zu gewöhnen. Momentan fühle ich mich in Berlin und bei Hertha BSC pudelwohl.

Sport1.de: Ist ein Heimsieg gegen Bochum Pflicht?

Drobny: Wenn man sich die Paarung auf dem Papier anschaut, müsste es eine Pflichtaufgabe sein, doch Bochum hat in der Rückrunde auswärts schon in Hoffenheim gewonnen und in Bremen zwischenzeitlich 2:0 geführt. Die Mannschaft steckt mitten im Abstiegskampf und wird dementsprechend zu Werke gehen. Wir müssen konzentriert spielen und unsere Chancen nutzen, dann werden wir als Sieger den Platz verlassen.

Sport1.de: Nach der Schwächephase ist Hertha BSC wieder zurück in der Spur. Kann Hertha noch Meister werden?

Drobny: Zu Platz eins sind es vier Punkte. Aus eigener Kraft können wir es nicht schaffen, sondern müssen auf Patzer der Konkurrenz hoffen. Wir schauen nur auf uns und unsere nächsten Spiele. Wenn wir erfolgreich sind, bin ich zuversichtlich, dass wir ganz weit vorne landen können.

Sport1.de: Im Tor bei Bayern München soll ein Platz zur nächsten Saison frei werden. Käme ein solcher Wechsel zu den Bayern oder einer anderen Top-Adresse in Europa für Sie in Frage?

Drobny: Ich habe einen laufenden Vertrag bei Hertha BSC und ich gehe davon aus, dass der Verein mit mir verlängern möchte. Hertha BSC ist eine Topadresse in Deutschland und deswegen macht ein Wechsel zu einem anderen Verein überhaupt keinen Sinn.

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